Kornhäuschen
Highlights
- 1805 erbaut als architektonischer Abschluss des Schlossplatzes nach Plänen von Emanuel d’Herigoyen für Carl Theodor von Dalberg.
- Seit 1989 wiederaufgebaut als Kunstgalerie mit geschlossenen Eckräumen für Ausstellungen, seit 2007 von Anne Hundhausen und Doris Kroth kuratiert.
Tipps
- Das Kornhäuschen bietet seit 1989 zwei geschlossene Eckräume für wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
- Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Besuch des Ausstellungsraums.
- Die Architektur des Gebäudes aus dem Jahr 1805 zeigt klassizistische Elemente und dient als historischer Rahmen für die Präsentationen.
Eigenschaften
Kultur-Galerie Kornhäuschen Aschaffenburg
Das Kornhäuschen in Aschaffenburg ist ein historisches Juwel mit besonderer architektonischer Bedeutung und einer lebendigen kulturellen Tradition. Das Gebäude entstand 1805 auf Initiative von Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg als gestalterischer Abschluss des neu gestalteten Schlossplatzes. Nach Plänen des Architekten Emanuel d’Herigoyen entstand eine offene Säulenhalle, die ursprünglich als repräsentativer Raum für Ausstellungen und festliche Anlässe konzipiert war. Bereits zuvor hatten Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Erthal und Dalberg Pläne für eine Art Kunsthalle gefasst, doch erst das Kornhäuschen setzte diese Vision in Form um – wenn auch zunächst als freistehende, nicht geschlossene Struktur.
Nach einer Phase des Verfalls wurde das Kornhäuschen 1989 originalgetreu wiederaufgebaut und seither als kultureller Ort genutzt. Die beiden geschlossenen Eckräume dienen seitdem als Ausstellungs- und Projektraum, der sich einer vielfältigen künstlerischen Szene öffnet. Besonders seit 2007 prägen die Kuratorinnen Anne Hundhausen und Doris Kroth das Programm, indem sie zeitgenössische Ausstellungen und kreative Projekte präsentieren. Das Kornhäuschen verbindet damit historische Substanz mit moderner Kunstszene und bietet Besuchern einen einzigartigen Rahmen für kulturelle Begegnungen.
Direkt gegenüber liegt die im 19. Jahrhundert angelegte Englische Parkanlage Schönbusch, die das Kornhäuschen optisch und thematisch ergänzt. Die harmonische Verbindung von Architektur und Natur schafft eine besondere Atmosphäre, die sowohl für Ausstellungen als auch für Spaziergänge im Grünen einlädt. Als offener Raum ohne festen Innenbereich bleibt das Kornhäuschen dabei ein Ort der Begegnung – mal als Bühne für Gemälde, Skulpturen oder Installationen, mal als Ort für Lesungen, Konzerte oder literarische Events.
Die Ausstellungen reichen von klassischen Kunstwerken bis zu experimentellen Projekten und spiegeln die Dynamik der regionalen und überregionalen Kunstszene wider. Aktuell zeigt das Kornhäuschen beispielsweise Werke der in Hamburg lebenden Künstlerin und Schriftstellerin Ina Bruchlos, deren Zeichnungen und Ölgemälde in der Ausstellung *PEARL HOTEL* (2026) neue Perspektiven eröffnen. Durch diese Vielfalt wird das Kornhäuschen zu einem lebendigen Labor der Kreativität, das sich bewusst gegen starre Konventionen stellt und stattdessen Raum für Dialog und Inspiration bietet.
Wer sich für Geschichte, Architektur und zeitgenössische Kunst begeistert, findet im Kornhäuschen einen Ort, der beide Welten verbindet. Als Teil des kulturellen Erbes Aschaffenburgs steht es für die Verbindung von Tradition und Innovation – ein Ort, der zum Verweilen, Staunen und Mitdenken einlädt. Ob als Rahmen für Ausstellungen, als Treffpunkt für Kunstinteressierte oder als Fotomotiv mit historischem Charme: Das Kornhäuschen bleibt ein Magnet für alle, die sich für ästhetische und kulturelle Impulse öffnen.