Denkmal/Gedenkstätte

Prinz Friedrichs Kochherd

71720 Oberstenfeld

Highlights

  • Prinz Friedrichs Kochherd ist ein Kleindenkmal aus Sandstein bei Oberstenfeld-Gronau.
  • Das Objekt diente im 19. Jahrhundert zur Versorgung der Jagdgesellschaften mit warmen Speisen.
  • Es steht in Verbindung zum Jagdschloss Katharinenhof und dem ehemaligen Wildpark des Prinzen.

Tipps

  • Das Kleindenkmal ist bei Wanderungen durch den Wildpark-Gebiet von Katharinenhof leicht erreichbar.
  • Ein Besuch lohnt besonders für Interessierte an historischen Jagdbezügen und Sandstein-Architektur.
  • In der Nähe befindet sich der Prinzenstein, ebenfalls sehenswert für Geschichtsinteressierte.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Prinz Friedrichs Kochherd

Der Prinz Friedrichs Kochherd ist ein bemerkenswertes Kleindenkmal im Gemeindegebiet von Oberstenfeld, genauer im Ortsteil Gronau, im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Es handelt sich um eine historische Steinherdstruktur, die am Rand einer ehemaligen Lichtung im Wald liegt. Das Denkmal besteht aus drei übereinander geschichteten Lagen aus grob behauenem Sandstein, die ohne Mörtel aufgebaut wurden. Die obere Abdeckung erfolgt durch zwei Sandsteinplatten, die jeweils etwa einen Meter im Quadrat messen und kreisrunde Öffnungen von 70 und 45 Zentimetern Durchmesser aufweisen. Diese Öffnungen dienten einst dazu, Kochkessel einzuhängen, während über Schürlöcher in der untersten Steinlage Feuer entfacht und genutzt werden konnte.

Der Kochherd steht in direktem Zusammenhang mit dem Jagdschloss Katharinenhof, das von Prinz Friedrich von Württemberg in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Der Prinz, ein passionierter Jäger, ließ sich in der Region zwischen Oppenweiler und Strümpfelbach nieder und entwickelte ab 1853 einen umfangreichen Wildpark, der sich über mehr als 1000 Hektar erstreckte. Im Rahmen dieser Einrichtung wurden verschiedene Infrastrukturen geschaffen, darunter Salzlecken, Wildgatter und auch der hier beschriebene Kochherd. Dieser diente vermutlich der Versorgung der Jagdgesellschaften mit warmen Speisen und Getränken während der Aufenthalte im Freien.

Nach dem Tod des Prinzen im Jahr 1870, der auf Spätfolgen eines Unfalls zurückging, wurde der Wildpark sukzessive aufgelöst. Dennoch erinnern verschiedene Objekte an die einstige Nutzung der Landschaft durch den Herrscher. In unmittelbarer Nähe des Kochherds, etwa drei Kilometer entfernt, steht der sogenannte Prinzenstein, der am 1. Oktober 1870 von den Jägern des Prinzen als Gedenkstein gesetzt wurde. Er befindet sich zwischen Oberstenfeld und Sulzbach an der Murr und unterstreicht die historische Bedeutung der Gegend im Zusammenhang mit Prinz Friedrichs Wirken.

Das Kleindenkmal ist heute ein stillgelegtes Zeugnis vergangener Nutzung und Teil der Kulturdenkmäler in der Region. Es bietet Einblicke in die Alltagspraxis des 19. Jahrhunderts und die Ausstattung von Wildparkanlagen adeliger Jagdbesitzungen. Die einfache, aber funktionale Bauweise aus Sandstein unterstreicht die praktische Herangehensweise seiner Erbauer. Aufgrund seiner abgelegenen Waldposition wirkt der Kochherd wie ein archäologisches Relikt, das unweit des ehemaligen Jagdreviers seine Funktion stillgelegt hat, aber dennoch als historisches Zeugnis von Bedeutung bleibt.

Bewertungen

4,5 (1) 4.5 aus 1 Bewertung (Google)

Auf Google

4,5 (1) 4.5 · 1 Bewertung auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…