Burgstall Schönstein
Highlights
- Der Burgstall Schönstein liegt im Schönstheimer Wald, etwa 1820 Meter nordöstlich der Kirche in Strüth, heute Stadtteil von Röttingen.
- Erstmals erwähnt 1295, wurde die Burg 1345 an das Bistum Würzburg verkauft und später nicht mehr bewohnt.
- Heute zeugen Steinhaufen und Grabenreste vom ehemaligen Ringgraben und Halsgraben, die Infotafel informiert vor Ort.
Tipps
- Wanderwege sind breit und gut befestigt, eignen sich für Spaziergänge im Schönstheimer Wald.
- Auf dem Gelände des Burgstalls finden sich überwucherte Steinhaufen und sichtbare Reste des Ringgrabens.
- Am Rande des Geländes liegt der Schlossbrunnen mit der Jahreszahl 1588, ein Hinweis auf die Wasserversorgung der Anlage.
Eigenschaften
Über Burgstall Schönstein
Der Burgstall Schönstein liegt im Schönstheimer Wald, in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft Riedenheim im bayerischen Landkreis Würzburg. Die historische Niederungsburg, erstmals urkundlich erwähnt im späten 13. Jahrhundert, war einst Teil des abgegangenen Dorfes Schönstheim, das auch unter den Namen Dippach oder Diepach bekannt war. Im Laufe des Mittelalters verlor die Siedlung an Bedeutung, und die Burganlage wurde nach mehreren Besitzerwechseln schließlich aufgegeben. Seitdem befindet sich das Gelände im Ruhestand der Geschichte und zeigt heute vor allem archäologische Spuren ihrer einstigen Nutzung.
Die Anlage selbst erstreckt sich auf einem spornartigen Geländeausläufer und umfasst ein etwa 30 mal 40 Meter großes Plateau, das einst von einem Ringgraben umgeben war. Heute sind von der ehemaligen Burg zumeist nur noch überwucherte Steinhaufen und deutlich sichtbare Erdwerke erhalten. Im Westen führte ein Halsgraben, der als zusätzliche Verteidigungsanlage diente. Eine Infotafel am Gelände informiert knapp über die Geschichte des Ortes und die Bedeutung der archäologischen Funde. Ein Brunnen mit der Jahreszahl 1588, der sogenannte Schlossbrunnen, markiert den Rand des ehemaligen Dorfes und könnte eine Versorgungsquelle der Burgbewohner gewesen sein.
Die Gemeinde Schönstheim, die seit über 500 Jahren keine Siedlung mehr darstellt, besteht heute als Waldkörperschaft mit eigenem Grundbesitz. Jährlich wird am 2. Mai symbolisch ein Bürgermeister gewählt, der für die Verwaltung des Waldes zuständig ist. Die Einnahmen aus der Wald- und Jagdwirtschaft fließen vor allem in den Erhalt und Ausbau des Wegenetzes. Diese besondere Form der Gemeindeexistenz unterstreicht die historische und rechtliche Kontinuität des ehemaligen Ortes trotz seiner langen Abwesenheit als bewohnte Siedlung.
Der Burgstall ist über gut befestigte Wanderwege erreichbar, die durch den umliegenden Schönstheimer Wald führen. Dieser Wald selbst ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern birgt auch zahlreiche Erinnerungen an die mittelalterliche Geschichte der Region. Eine Sage rankt sich um einen vermeintlichen Schatz, der sich in einem Brunnen des Waldes verbergen soll – eine Legende, die bis heute für Rätsel sorgt. Obwohl heute nur noch geringe bautechnische Reste sichtbar sind, bleibt der Ort ein stilles Zeugnis vergangener Zeiten und ein lohnendes Ziel für Interessierte regionaler Geschichte.