NSG Grubenfelder Leonie
Eigenschaften
Ausflug Natur: NSG Grubenfelder Leonie in Auerbach in der Oberpfalz
Das Naturschutzgebiet Grubenfelder Leonie liegt nördlich von Auerbach in der Oberpfalz im Landkreis Amberg-Sulzbach und erstreckt sich über rund 87 Hektar Wald- und Offenlandfläche. Es zählt zu den besonders artenreichen Flächen der Region und beherbergt etwa 570 Tier- und Pflanzenarten, darunter über 100 Arten, die auf der Roten Liste Bayerns stehen. Das Gelände ist sowohl landschaftlich als auch ökologisch von großer Bedeutung und lädt zu Erkundungsgängen in der unberührten Natur ein.
Die Fläche war bis in die jüngere Vergangenheit durch aktiven Bergbau geprägt. Bis in die 1980er Jahre wurde hier im Eisenerzbergwerk Leonie unterirdisch Eisenerz abgebaut. Durch den Einsturz der Bergbauhohlräume entstanden Senken und Verwerfungen, die heute prägende Elemente der Landschaft sind. Der Name „Grubenfelder Leonie“ leitet sich direkt von diesem Bergwerksnamen ab. Seit Mitte der 1990er Jahre steht das Gelände unter Naturschutz, nachdem es vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern erworben wurde.
Das Schutzgebiet ist nicht nur ein Refugium für gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ein Erlebnisort für Besucher. Neben Wanderwegen durch Wald, Wiese und entlang eines Baches führt ein kleiner Holzsteg zu einem Überblickspunkt über den Grubensee, der zum Verweilen einlädt. Auf dem Gelände weiden Heckrinder, die zur Offenhaltung der Landschaft beitragen. Auch Exmoorpferde sind hier zu sehen – Nachfahren der ursprünglichen Auerochsen, die zur naturnahen Pflege des Gebiets eingesetzt werden. Wilde Tiere wie Biber, Rehe, Rotfüchse und zahlreiche Vogelarten sorgen für lebendige Natuerlebnisse.
Die Tierwelt im NSG Grubenfelder Leonie ist besonders vielfältig. Zu den Brutvogelarten zählen seltene Arten wie Wachtelkönig, Neuntöter und Eisvogel. Auch Amphibien wie Laubfrösche, Gelbbauchunken und Kammmolche haben hier einen wichtigen Lebensraum gefunden. Unter den Insekten wurden zahlreiche Libellen-, Schmetterlings- und Heuschreckenarten nachgewiesen. Diese Vielfalt macht das Gebiet zu einem lohnenden Ziel für Naturbeobachter und Naturliebhaber.
Der etwa fünf Kilometer lange Rundweg durch das Naturschutzgebiet ermöglicht einen abwechslungsreichen Spaziergang durch verschiedene Lebensräume. Allerdings wird in einigen Rezensionen darauf hingewiesen, dass der Weg stellenweise stark zugewachsen ist, was die Sicht auf Tiere erschweren und bei feuchtem Wetter zu unangenehmen Begegnungen mit Zecken führen kann. Dennoch bleibt das NSG Grubenfelder Leonie ein beeindruckendes Beispiel für gelungene Naturschutzarbeit und ein idealer Ort für einen Ausflug in die Natur.