Friedberger Zeit
Highlights
- Die Friedberger Zeit ist ein historisches Stadtfest in der Altstadt von Friedberg.
- Das erste Fest fand im Juli 1989 mit 200.000 Besuchern statt.
- Teilnehmer tragen selbstgeschneiderte historische Gewänder.
Tipps
- Die historische Altstadt von Friedberg dient als Originalschauplatz für die Veranstaltung.
- Das Fest zeichnet sich durch die Präsenz von Personen in historischen Gewändern aus.
Eigenschaften
Kultur und Theater in Friedberg: Friedberger Zeit
Die „Friedberger Zeit“ ist eine besondere kulturelle Veranstaltungsstätte in Friedberg, die als historisches Stadtfest konzipiert wurde. Die Idee hierzu entstand durch einen Vorschlag von Hubert Raab an Bürgermeister Albert Kling. Im Zentrum des Festes steht die historische Altstadt von Friedberg, welche in ihrer heutigen äußeren Form vor allem ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstand, nachdem die Stadt im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört worden war.
Das Konzept der „Friedberger Zeit“, benannt von Erich Unglaub, verfolgte in den 1980er Jahren einen für damalige historische Feste neuartigen Ansatz. Ziel war es, eine Epoche zu beleuchten, in der Friedberger Uhren Weltruhm erlangten, lokale Gold- und Silberschmiede Kunstwerke schufen und zwölf Brauereien zur Lebensfreude der Bürger beitrugen. Die historische Rekonstruktion dieser Zeit erforderte eine aufwendige Recherche in Archiven, Museen und der Literatur, da zu Beginn der Planung noch keine Suchmaschinen existierten.
Das erste Altstadtfest im Juli fand mit einer beeindruckenden Beteiligung statt: Rund 1.200 Bürgerinnen und Bürger traten in selbstgeschneiderten historischen Gewändern auf, was insgesamt etwa 200.000 Besucher anzog. Ein prägendes Bild des Festes war der Einzug der Friedberger in historischer Kleidung, begleitet von den Klängen der städtischen Jugendkapelle, sowie Szenen wie die Stadtwache bei einer Bäckertaufe.
Ein besonderes Detail der Veranstaltung ist die Verwendung historischer Symbole. So agiert der Bürgermeister in einer Funktion, die an den britischen „Lordsiegelbewahrer“ erinnert. Für die Eintrittsmarken wurde ein Siegel verwendet, das eine Nachformung des Friedberger Stadtsiegels aus dem Jahr 1340 darstellt. Ein weiterer symbolischer Bestandteil ist das Marktkreuz, welches die Marktfreiheit, den Marktfrieden sowie die Autonomie der Gemeinde symbolisiert. Für das siebte Stadtfest wurde das entsprechende Siegel in den Ulrichswerkstätten hergestellt, die auch in Aichach ansässig sind.