Fuggerei
Highlights
- Die Fuggerei in Augsburg ist eine der ältesten Sozialsiedlungen der Welt und wurde 1521 von Jakob Fugger gestiftet.
- 150 bedürftige Augsburger Bürger wohnen heute in der Fuggerei für eine Jahresmiete von 0,88 Euro.
- Die Bewohner sprechen täglich Gebete für den Stifter – ein Vaterunser, Glaubensbekenntnis und Ave Maria.
Tipps
- Eintrittspreis beträgt 8 Euro, Führungen sind empfehlenswert, um historische Details zu erfahren.
- Tägliche Gebete der Bewohner um 12 Uhr können im Innenhof der Fuggerei gehört werden.
- Museumsbesuch lohnt sich, um die Entwicklung der Sozialsiedlung seit 1521 zu verstehen.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Fuggerei in Augsburg entdecken
Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste erhaltene Sozialsiedlung der Welt und zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Bayerns. Gestiftet wurde sie im Jahr 1521 durch Jakob Fugger „den Reichen“ als Wohnsiedlung für bedürftige Augsburger Bürger katholischen Glaubens. Mit ihren 67 Häusern und 142 Wohnungen bildet sie eine eigenständige kleine Stadt innerhalb der Stadt, die durch ihre geschlossene, historische Architektur und ihre soziale Funktion bis heute beeindruckt. Die Bewohner zahlen eine symbolische Jahreskaltmiete von lediglich 0,88 Euro und verpflichten sich im Gegenzug, täglich drei Gebete für den Stifter und seine Familie zu sprechen.
Die Fuggerei ist nicht nur ein lebendiges Zeugnis humaner Architektur aus dem frühen 16. Jahrhundert, sondern auch ein Ort, der seit über 500 Jahren ununterbrochen bewohnt ist. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass Bewohner in einfachen, aber den damaligen Verhältnissen entsprechend großzügigen Wohnungen untergebracht wurden. Die Siedlung war ein Vorläufer moderner Sozialwohnungskonzepte, da sie nicht bloß Obdachlosigkeit bekämpfen, sondern Menschen in Not eine Chance zur Selbsthilfe bieten sollte. Die Bewohner konnten weiterhin arbeiten und waren nicht auf Almosen angewiesen – ein revolutionäres Konzept seiner Zeit.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Fuggerei mehrfach erweitert und nach Kriegszerstörungen, insbesondere während des Dreißigjährigen Krieges und des Zweiten Weltkriegs, wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs erfolgte mit größter Sorgfalt, wobei der historische Charakter der Siedlung bewahrt wurde. Heute erstreckt sich die Fuggerei über mehrere Straßen im Herzen von Augsburg und beherbergt neben den bewohnten Gebäuden auch vier Museen. Diese bieten Besuchern die Möglichkeit, die Geschichte der Sozialsiedlung sowie das Leben ihrer Bewohner hautnah zu erleben – etwa durch eine rekonstruierte historische Wohnung oder eine Ausstellung im ehemaligen Weltkriegsbunker.
Die Fuggerei steht unter der Obhut des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats, das die Stiftung bis heute verwaltet. Die Finanzierung erfolgt aus dem ursprünglichen Stiftungsvermögen, das Jakob Fugger vor über fünf Jahrhunderten eingerichtet hatte. Diese Kontinuität macht die Fuggerei zu einem einzigartigen Beispiel privater Fürsorge und bürgerschaftlichen Engagements. Ihre architektonische Harmonie, ihre soziale Funktion und ihre historische Bedeutung machen sie zu einem der besonderen Ausflugsziele in Bayern – und zu einer der bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten in Augsburg.
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Häufige Fragen zu Fuggerei
Wer hat die Fuggerei gegründet und wann?
Quelle: wikipedia
Wie viel Miete zahlen die Bewohner der Fuggerei?
Quelle: wikipedia
Welche Pflichten haben die Bewohner der Fuggerei?
Quelle: wikipedia
Wie viele Wohnungen gibt es in der Fuggerei?
Quelle: wikipedia