Denkmal/Gedenkstätte

Meints Mühle Tannenhausen

Am Hünengrab, 26605 Aurich

Highlights

  • Erbaut 1867 in Endzetel als Wasserschöpfmühle, 1923 nach Tannenhausen versetzt und als Windmühle wiederaufgebaut.
  • Nach Stilllegung um 1960 in den 1990ern restauriert und durch den Mühlenverein wieder in Betrieb genommen.
  • Standort südlich des Großsteingrabs in Tannenhausen, heute als technisches Denkmal erhalten.

Tipps

  • Die Mühle zeigt originale Technik aus dem 19. Jahrhundert und ermöglicht Einblicke in historische Mahlverfahren sowie die Funktionsweise von Windkraftanlagen.
  • Ein begleitendes Packhaus präsentiert Exponate zur regionalen Handwerkskunst und Alltagskultur aus Ostfriesland, insbesondere aus der Zeit vor der Industrialisierung.
  • Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe zu einem Großsteingrab, was einen thematischen Bezug zur vor- und frühgeschichtlichen Besiedlung der Region herstellt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Meints Mühle Tannenhausen – Kulturdenkmal Aurich

Die Meints Mühle Tannenhausen in Aurich ist ein bedeutendes technisches und kulturelles Denkmal Ostfrieslands, das mit seiner bewegten Geschichte und restaurierten Substanz bis heute fasziniert. Ursprünglich 1867 als Mahl- und Wasserschöpfmühle in Endzetel (Buttforde) errichtet, wurde sie 1923 von Müllermeister Heinrich Meints nach Tannenhausen versetzt. Der Standort südlich des dortigen Großsteingrabs markiert den Beginn einer neuen Ära für das Bauwerk, das fortan als Zeugnis handwerklicher Tradition und regionaler Identität diente.

Nach ihrer Stilllegung um 1960 geriet die Mühle zunächst in Vergessenheit, bis sich in den 1990er Jahren der Mühlen-, Verkehrs- und Heimatverein für ihren Erhalt einsetzte. Durch eine gründliche Restaurierung zwischen 1993 und 1996 wurde die Mühle wieder in Betrieb genommen und das angrenzende Packhaus neu errichtet. Heute steht sie als funktionstüchtige Erdholländer – eine typische ostfriesische Windmühlenform – für die Verbindung von historischer Technik und lebendigem Kulturgut.

Als technisches Denkmal veranschaulicht die Meints Mühle die einst weit verbreitete Nutzung von Windkraft in der Region. Ursprünglich diente sie dem Mahlen von Getreide und dem Schöpfen von Wasser, was besonders in den feuchten Moorgebieten Ostfrieslands von zentraler Bedeutung war. Die Mühle verkörpert damit nicht nur eine lokale Handwerkstradition, sondern auch die Anpassungsfähigkeit ostfriesischer Baukunst an die geographischen Gegebenheiten. Vergleichbare Anlagen wie die Stiftsmühle Aurich oder das Ostfriesische Teemuseum unterstreichen die kulturelle Dichte der Region.

Die Wiederbelebung der Mühle in den 1990er Jahren war Teil einer größeren Bewegung, die in den 1980er Jahren in Westdeutschland einsetzte. Damals erlebte eine Restaurierungswelle viele historische Mühlen, die als lebendige Denkmäler der Industrie- und Alltagsgeschichte erhalten wurden. Die Meints Mühle Tannenhausen gehört zu den wenigen erhaltenen Exemplaren, die bis heute aktiv genutzt werden – ein seltenes Beispiel für die Bewahrung eines technischen Kulturguts, das einst das wirtschaftliche und soziale Leben der Region prägte.

Für Besucher bietet die Mühle nicht nur einen Einblick in die Funktionsweise einer traditionellen Windmühle, sondern auch in die Geschichte des ostfriesischen Mühlenbaus. Als Teil des lokalen Erbes steht sie im Kontext mit anderen historischen Stätten wie den Großsteingräbern in der Umgebung und den archäologischen Funden der Region. Die Meints Mühle Tannenhausen ist damit mehr als ein Denkmal – sie ist ein lebendiges Stück ostfriesischer Identität, das die Verbindung von Handwerk, Technik und Landschaft sichtbar macht.

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