Kirche/Kloster

Middelser Kirche

26409 Wittmund Ardorf

Highlights

  • Die Middelser Kirche in Wittmund-Ardorf beherbergt seit 1998 das zeitgenössische Altarbild von Hermann Buß.
  • Das Altarbild zeigt eine winterliche ostfriesische Landschaft und thematisiert christliche Hoffnung und Neuanfang.
  • Regionalbischof Dr. Detlef Klahr würdigte das Altarbild bei einem Jubiläumsbesuch 2023.

Tipps

  • Das Altarbild von Hermann Buß lädt zur Andacht und zum Nachdenken ein und ist einzigartig in seiner Darstellung der ostfriesischen Landschaft.
  • Die Kirche vereint schlichte Architektur mit zeitgenössischer Kunst und ist Ort gelebter Gemeinschaft.
  • Interessierte können sich über das Altarbild in einem speziellen Heft informieren, das Interpretationen und Hintergründe bietet.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Middelser Kirche

Die Middelser Kirche befindet sich in der Gemeinde Ardorf im Landkreis Wittmund, Niedersachsen. Sie ist eine evangelisch-lutherische Kirche und steht damit im kirchlichen und kulturellen Leben der Region. Die schlichte Architektur des Gotteshauses spiegelt die zurückhaltende Baukultur ländlicher Kirchen in Ostfriesland wider. Dennoch zieht das Gebäude durch sein Altarbild besondere Aufmerksamkeit auf sich, das sowohl innerhalb der Gemeinde als auch darüber hinaus für Diskussionen und Anerkennung sorgt.

Das Altarbild stammt vom Künstler Hermann Buß und wurde vor etwa einem Vierteljahrhundert als zeitgenössisches Werk geschaffen. Es besteht aus mehreren Bildtafeln und zeigt eine winterliche ostfriesische Landschaft mit einem einsamen Wanderer. Die Darstellung ist geprägt von kahlen Bäumen, leichtem Schnee und einem grau verhangenen Himmel, durch den die Sonne hindurchzuleuchten scheint. Diese Motive verweisen auf die Weite und Stille der Region und laden zur Andacht ein. Der Regionalbischof Dr. Detlef Klahr hat das Werk als modernes Zeugnis christlicher Hoffnung interpretiert, das in seiner Ortsbezogenheit tiefgreifende spirituelle Botschaften vermittelt.

Das Bild thematisiert nicht nur die Schönheit der Landschaft, sondern auch das Leid der Menschen. Dargestellt sind unter anderem Szenen aus der Zeit des Nationalsozialismus, darunter Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Lagern der Region. Ein geschorenes und verwundetes Schaf symbolisiert das Leiden Christi, während ein Osterfeuer auf die Auferstehung hinweist. Ein Schiff mit einem Leck am Boden des Bildes steht für die bedrängte Gemeinde, deren Hoffnung dennoch durch die kleine Flamme des Heiligen Geistes aufrechterhalten wird. Diese Elemente machen das Altarbild zu einem komplexen Kunstwerk, das sowohl Trost spendet als auch zum Nachdenken anregt.

Die Kirche wird von einer engagierten Gemeinde getragen, die sich aktiv um die Pflege des Gotteshauses und seiner Besonderheiten kümmert. Neben Gottesdiensten finden hier regelmäßig kulturelle und religiöse Veranstaltungen statt, darunter Konfirmationen und Andachten mit regionaler Beteiligung. Die ehemalige Pastorin Silke Nitz und der Frauenkreis setzten sich maßgeblich für die Anschaffung des Altarbildes ein. Die Leiterin des Frauenkreises, Herta Andreßen, begrüßte es besonders, dass nach Jahren der Pandemie der Regionalbischof persönlich zur Jubiläumsfeier kam und das Werk würdigte.

Das Altarbild wurde in einem Heft dokumentiert, das vom Regionalbischof herausgegeben wurde. Es enthält Interpretationen, Beiträge des Künstlers sowie pädagogische Zugänge und dient als Hilfsmittel für den Besuch und die Auseinandersetzung mit dem Werk. Die Middelser Kirche ist damit nicht nur ein sakraler Ort, sondern auch ein Raum für Kunst, Andacht und Begegnung – ein Ort, der die Verbindung von Glauben, Landschaft und Geschichte in der Region Wittmund sichtbar macht.

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