St. Menas
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Menas in Koblenz wurde 1833 nach Plänen von Johann Claudius von Lassaulx erbaut.
- Sie ist eine neoromanische Kirche aus Bruchstein mit Sakristei und Glockendachreiter.
- Die Kirche liegt oberhalb von Stolzenfels neben Schloss Stolzenfels im UNESCO-Welterbe Mittelrheintal.
Tipps
- Die Kirche St. Menas liegt oberhalb von Stolzenfels direkt neben Schloss Stolzenfels und ist über einen kurzen Wanderweg erreichbar.
- Der Innenraum kann bei regulären Gottesdiensten oder Veranstaltungen der Pfarrei besucht werden.
- Bei Interesse lohnt ein Abstecher zur nahegelegenen UNESCO-Welterbestrecke Oberes Mittelrheintal.
Eigenschaften
Über St. Menas
Die Pfarrkirche St. Menas befindet sich im südlichen Stadtteil Kapellen-Stolzenfels der Stadt Koblenz und zählt zu den sakralen Kulturdenkmälern im Rheinland-Pfalz. Die Kirche wurde nach Plänen des Koblenzer Architekten Johann Claudius von Lassaulx im neoromanischen Stil errichtet und 1833 geweiht. Sie steht in unmittelbarer Nähe zum Schloss Stolzenfels und ist Teil des von der UNESCO ausgezeichneten Welterbes Oberes Mittelrheintal. Das Patrozinium des heiligen Menas, des einzigen nördlich der Alpen, verlieh ihr die Kapelle 1328, als sie sich im Besitz des Benediktinerklosters auf der Karthause befand.
Der Kirchenbau besteht aus Bruchsteinmauerwerk und folgt einem schlichten, dennoch imposanten Saalbaukonzept. Charakteristisch sind die rhythmisch angeordneten Blendarkaden mit großen Rundbogenfenstern sowie der Chor, der sich halbrund nach Süden öffnet. An der Nordseite thront ein Glockendachreiter mit spitzen Helm, während die Hauptfassade von einem Dreiecksgiebel und einem Rundfenster geziert wird. Vor dem Eingang, der von zwei hohen Pilastern flankiert wird, steht eine Skulptur des heiligen Sebastian. Umgeben wird die Kirche von einem Friedhof, auf dem sich unter anderem Grabmale aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert befinden, darunter ein Gusseisenkreuz aus der Sayner Hütte und eine klassizistische Lahnmarmor-Grabstele.
Das Innere der Kirche ist hell gehalten und zeigt eine flach gedeckte Holzdecke, deren Balken mit Ornamenten verziert sind. Die Wände wiederholen die Gliederung der Außenfassade und nehmen farbige Wandmalereien auf, darunter Gemälde im Nazarenerstil aus dem Jahr 1907 von M. Adler. Bei Renovierungsarbeiten in den 1980er Jahren wurden zudem Reste der ursprünglichen Ausmalung von 1844 freigelegt. Die Sakristei am Chor wurde 1898 angebaut. Innen wie außen spiegelt die Kirche verschiedene Epochen der kirchlichen Kunst wider, ohne dabei ihre neoromanische Grundstruktur zu verlieren.
Die Geschichte der Kirche reicht weit zurück. Bereits um das Jahr 1100 bestand an dieser Stelle eine Kapelle namens „capella Sewardi“, die zur Pfarrei St. Kastor in Koblenz gehörte. 1486 wurde sie zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Nachdem die alte Kapelle baufällig geworden war, wurde sie 1819 abgerissen und durch das heutige Gotteshaus ersetzt. In der Nachkriegszeit prägte der Pfarrer Matthias Laros die Gemeinde durch seine weltbekannte Una-Sancta-Bewegung. Die Kirche selbst blieb bis heute ein Ort der Andacht und ein kulturelles Zeugnis der Region.