Parks & Gärten

Am Kerstall

57319 Bad Berleburg Hemschlar

Highlights

  • Das Naturschutzgebiet Am Kerstall in Bad Berleburg-Hemschlar umfasst 2,4 Hektar und schützt eine seltene Wacholderheide.
  • Es beherbergt überregionale gefährdete Arten wie Arnika und Borstgras sowie den Neuntöter.
  • Das Gelände ist landschaftlich reizvoll und zählt zu den wenigen gut erhaltenen Wacholderheiden in Wittgenstein.

Tipps

  • Das Naturschutzgebiet Am Kerstall ist besonders für seltene Pflanzenarten wie Arnika und Quendel-Kreuzblümchen sowie den Lebensraumtyp Wacholderheide von Bedeutung.
  • Das Gelände befindet sich auf einem steilen Hang zwischen 520 und 560 Metern Höhe und ist überwiegend von Fichtenwald umgeben.
  • Erhaltungszweck ist der Schutz der Wacholderheide als Relikt kulturhistorischer Landnutzung sowie Förderung gefährdeter Arten.

Eigenschaften

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Über Am Kerstall

Das Naturschutzgebiet „Am Kerstall“ liegt im nordrhein-westfälischen Bad Berleburg, im Ortsteil Hemschlar, innerhalb des Kreises Siegen-Wittgenstein. Es zählt zu den besonders schutzwürdigen Landschaftsflächen der Region und wurde bereits in den 1960er Jahren unter Naturschutz gestellt. Mit einer Fläche von rund 2,4 Hektar umfasst das Gebiet hauptsächlich eine seltene Wacholderheide, die auf einem nach Norden geneigten, steilen Hang liegt. Diese Heide gehört zum FFH-Lebensraumtyp 5130 „Wacholderbestände auf Zwergstrauchheiden oder Kalktrockenrasen“ und ist landschaftlich sowie ökologisch von hoher Bedeutung.

Die Geländehöhe variiert zwischen etwa 520 und 560 Metern über Normalnull. Neben der artenreichen Wacholderheide prägen Borstgrasrasen, magerer Rotschwingelweiden sowie kleinflächige Magergrünlandbereiche das Erscheinungsbild des Naturschutzgebiets. Mehr als 100 Wacholdersträucher finden sich inmitten einer typischen Krautschicht, die von Zwergsträuchern und lichtbedürftigen Pflanzenarten dominiert wird. Einzelne, zum Teil ältere Fichten und Kiefern runden das Bild ab. Im Bereich des ehemaligen Kahlschlags wurden erste Maßnahmen ergriffen, um die Wacholderheide gezielt zu fördern und auszuweiten.

Das NSG „Am Kerstall“ beherbergt verschiedene seltene und zum Teil gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Dazu gehören beispielsweise die Arnika (Arnica montana), das Borstgras (Nardus stricta) sowie das Quendel-Kreuzblümchen (Polygala serpyllifolia). Auch der Neuntöter (Lanius collurio) ist im Gebiet nachgewiesen. Zahlreiche Waldameisennester unterstreichen die Bedeutung des NSG als Lebensraum für gebundene Tierarten. Als ehemalige Hudeweide stellt das Areal zudem ein kleinstrukturiertes Relikt der historischen Kulturlandschaft dar, das durch seine landschaftliche Schönheit und Seltenheit einen hohen Schutzwert besitzt.

Das Schutzziel des Naturschutzgebiets besteht im Erhalt und in der Entwicklung der typischen Lebensgemeinschaften einer Wacholderheide. Dabei liegt der Fokus auf dem Schutz gefährdeter Arten sowie auf der Erhaltung der landschaftlichen Eigenart des Gebietes. Langfristig soll durch eine angepasste Bewirtschaftung, insbesondere als extensive Viehweide, sichergestellt werden, dass die charakteristischen Biotope erhalten und gefördert werden. Das NSG „Am Kerstall“ gehört zu den wenigen größeren, gut erhaltenen Wacholderheiden im Raum Wittgenstein und bildet zusammen mit den benachbarten Naturschutzgebieten „Auf dem Gebrannten“ und „Großer Keller“ in Bad Berleburg ein Netzwerk aus schutzrelevanter Heidelandschaft.

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