Kursächsische Postmeilensäule
Highlights
- Die kursächsische Postmeilensäule in Bad Brambach-Rohrbach wurde 1725 unter Kurfürst Friedrich August I. errichtet.
- Sie ist ein Granitstein mit dem Monogramm A R und der Nummer 81.
- Ursprünglich 20¼ Meilen von Dresden entfernt, diente sie der Poststraßenvermessung im Kurfürstentum Sachsen.
Tipps
- Die Postmeilensäule ist an der Ecke Grenzweg/Wiesengrund im Ortsteil Rohrbach zu finden.
- Der historische Meilenstein trägt die Jahreszahl 1725 und das Monogramm A R für Kurfürst August den Starken.
- Der ursprüngliche Verlauf der Poststraße verläuft heute größtenteils als Feld- oder Waldweg.
Eigenschaften
Über Kursächsische Postmeilensäule
Die Kursächsische Postmeilensäule in Bad Brambach-Rohrbach ist ein geschichtsträchtiges Denkmal und Zeugnis der sächsischen Verwaltungsgeschichte des 18. Jahrhunderts. Sie gehört zu den kursächsischen Postmeilensäulen, die im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen durch den Land- und Grenzkommissar Adam Friedrich Zürner errichtet wurden. Diese Steine dienten einst zur exakten Vermessung und Kennzeichnung der Post- und Heerstraßen im Kurfürstentum Sachsen und basierten auf präzisen topographischen Aufnahmen, die mit Hilfe eines sogenannten Geometrischen Wagens durchgeführt wurden.
Die Postmeilensäule in Bad Brambach-Rohrbach ist ein Viertelmeilenstein und wurde ursprünglich entlang der wichtigen Poststraße von Dresden in Richtung Eger im damaligen Königreich Böhmen aufgestellt. Auf der Vorder- und Rückseite trägt der Granitstein die Jahreszahl der Errichtung sowie die Nummer 81 und das Monogramm „A R“ für Augustus Rex, also Kurfürst August den Starken. Der Stein markierte eine Entfernung von etwa 20¼ sächsischen Meilen von der sächsischen Residenzstadt Dresden.
Mit der Abschaffung des sächsischen Meilensystems im Jahr 1840 verlor der Meilenstein seine ursprüngliche Funktion und geriet in Vergessenheit. Er wurde schließlich 1935 bei Erdarbeiten im damaligen Radiumbad Brambach als Abdeckung für einen Wasserkanal wiedergefunden und zunächst neben einem Marktbrunnen aufgestellt. Der ursprüngliche Standort konnte später durch Forschungen des Bad Brambacher Heimatforschers E. Stübiger im benachbarten Rohrbach identifiziert werden.
Die Rückführung des Denkmals an seinen ursprünglichen Standort führte zu einer Auseinandersetzung zwischen den Gemeinden Bad Brambach und Rohrbach. Während Bad Brambach den Stein zunächst behalten wollte, bestand Rohrbach auf dessen Rückgabe. Nach Interventionen durch die zuständigen Behörden wurde der Stein schließlich 1950 an die Gemeinde Rohrbach übergeben. Heute steht die Säule an der Ecke Grenzweg/Wiesengrund, unweit der ehemaligen Egerer Poststraße, die heute größtenteils nur noch als Feld- oder Waldweg erkennbar ist.
Das fehlende Kopfstück des Viertelmeilensteins wurde 1973 durch eine Nachbildung ersetzt. Die Säule steht unter Denkmalschutz und erinnert bis heute an das ehemalige Poststraßensystem Sachsens sowie an die Vermessungsarbeiten des Adam Friedrich Zürner. Sie ist ein kleines, aber bedeutendes Zeugnis der Verkehrs- und Kommunikationsgeschichte der Region im Vogtlandkreis.