Kirche/Kloster

Evangelische Kapelle im ehemaligen Kloster Chorin

Amt Chorin 11a, 16225 Chorin

Highlights

  • Die Evangelische Kapelle im ehemaligen Kloster Chorin ist ein Schlüsselbauwerk der norddeutschen Backsteingotik und wurde ab 1280 als repräsentative Schauseite der Klosterkirche errichtet.
  • Seit 2009 wurde die Kapelle grundlegend renoviert: Gestühl überarbeitet und Innenräume neu ausgemalt, was ihr architektonisches und geistliches Erbe bewahrt.
  • Die Kapelle ist Teil der mittelalterlichen Klosteranlage mit besichtigbaren Bauten aus dem 13.–19. Jahrhundert, darunter gotische Backsteinarchitektur und historische Stallruinen.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität eine selbstständige Erkundung der Kapelle und des historischen Geländes.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Evangelische Kapelle Chorin – Sakrale Kultur im Kloster

Die Evangelische Kapelle im ehemaligen Kloster Chorin ist ein architektonisches und spirituelles Kleinod mitten im brandenburgischen Chorin. Die Kapelle entstand im Kontext des historischen Zisterzienserklosters, das seit dem 13. Jahrhundert als prägender Ort norddeutscher Backsteingotik gilt. Nach der Säkularisation im 16. Jahrhundert wurde das Kloster evangelisch genutzt und diente zunächst als Pfarrsitz für Kolonisten aus der Umgebung. Heute ist die Kapelle ein zentraler Ort der evangelischen Gemeinde und ein beliebtes Ziel für Kulturinteressierte.

Besonders hervorgehoben wird die Kapelle durch ihre regelmäßige Nutzung für kulturelle Veranstaltungen. Seit 1992 finden hier die renommierten Kapellenkonzerte statt, die als kammermusikalische Ergänzung zum bekannten „Choriner Musiksommer“ gelten. Das Programm reicht von mittelalterlicher Musik bis zu modernen Kompositionen und begeistert mit geistlichen und weltlichen Werken. Zudem ist die Kapelle Teil des seit 1923 stattfindenden Evangelischen Chorinfests, eines regionalen Kirchentags, der jährlich am ersten September-Sonntag Besucher aus nah und fern anzieht.

Für Familien und Schulklassen bietet das Kloster Chorin ein vielfältiges museumspädagogisches Programm. Besonders beliebt ist das interaktive Puppenspiel „Der Mönch und das Vögelein“ für Kinder zwischen vier und zehn Jahren, das nach einem Märchen von Ludwig Bechstein das mittelalterliche Klosterleben lebendig werden lässt. Im Anschluss erkunden die Kinder die historischen Räume wie die Bibliothek oder das Dormitorium – begleitet von spielerischen Elementen wie dem Bewegungsspiel „Ziegenhüten“. Auch Erwachsene können bei speziellen Führungen, etwa der Funzelführung mit Taschenlampe (von November bis Februar), verborgene Details der Klosteranlage entdecken.

Die Kapelle ist eingebettet in den einzigartigen Gebäudekomplex des Klosters, das als Schlüsselwerk der norddeutschen Backsteingotik gilt. Schon im 19. Jahrhundert setzte sich der Architekt Karl Friedrich Schinkel für den Erhalt der Ruine ein und restaurierte sie als frühes Beispiel preußischer Denkmalpflege. Heute sind alle mittelalterlichen Bauten zugänglich, darunter die Klostermühle als Granitsteinruine oder der repräsentative Westgiebel der Klosterkirche. Seit 2007 wurden die historischen Räume schrittweise als Ausstellungsflächen genutzt, etwa im ehemaligen Infirmarium, das heute zeitgenössische Kunst präsentiert.

Das Kloster Chorin verbindet somit sakrale Tradition mit lebendiger Kultur. Ob bei Konzerten, Führungen oder Ausstellungen – die Kapelle und ihre Umgebung laden ein, Geschichte zu erleben und künstlerische Impulse aufzunehmen. Besonders die Brandenburgische Buchkunstausstellung oder die Sonderprojekte wie „Schimmer“ zeigen, wie die historische Architektur als Rahmen für moderne Kunst dient. Ein Ort, der Geschichte, Spiritualität und Kreativität vereint.

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