Hohes Schloss
Highlights
- Das Hohe Schloss in Bad Grönenbach ist ein Wahrzeichen auf einem Nagelfluhfelsen im Westen der Stadt.
- Es wurde um 1280 von Heinrich Ludwig von Rothenstein erbaut und später von verschiedenen Adelsgeschlechtern bewohnt.
- Heute dient es als Veranstaltungsort und soll zukünftig zu einem Vier-Sterne-Hotel umgebaut werden.
Tipps
- Der älteste Teil des Schlosses stammt aus dem 13. Jahrhundert, gebaut um 1280 um einen Felsen herum, heute erkennbar an Resten der ursprünglichen Felswand im ersten Stock.
Eigenschaften
Über Hohes Schloss
Das Hohe Schloss in Bad Grönenbach ist ein markantes Bauwerk auf einer steilen Bergnase am Westrand der Stadt. Es thront auf einem Nagelfluhfelsen und präsentiert sich weithin sichtbar als Wahrzeichen des Kurortes. Die Bauweise des Schlosses wurde maßgeblich durch die felsige Unterlage bestimmt; Teile des Felsens sind noch heute bis ins erste Obergeschoss erhalten. Ursprünglich wurde an dieser Stelle vermutlich im 13. Jahrhundert von Heinrich Ludwig von Rothenstein ein erster Schlossbau errichtet, nachdem zuvor eine Fliehburg existierte.
Im Laufe der Jahrhunderte durchlief das Schloss verschiedene Besitzwechsel und Umbauten. Drei Hauptbauabschnitte sind erkennbar: der Nagelfluhbau des Mittelalters, ein Ziegelbau des 14. Jahrhunderts sowie ein fürstäbtlicher Anbau um das Jahr 1700. Im Zuge verschiedener historischer Ereignisse wurde das Gebäude mehrfach beschädigt oder umgebaut. Nach der Säkularisation bezog 1803 ein königlich-bayerisches Landgericht das Schloss, ehe es später an private Eigentümer überging. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte eine umfassende Sanierung durch die Ursberger Schwestern. Seit 1996 befindet sich das Gebäude im Besitz der Marktgemeinde Bad Grönenbach.
Heute dient das Hohe Schloss als Veranstaltungsort für Ausstellungen, Führungen, Konzerte, Vorträge sowie standesamtliche Trauungen. Neben dem Schloss wurde ein ehemaliger Klostergarten zum Kreislehrgarten umgestaltet, der besonders bei Besucherinnen und Besuchern beliebt ist. Im Jahr 2021 wurde der Verkauf des Schlosses an einen privaten Investor bekanntgegeben, mit Plänen zur Umwandlung in ein Vier-Sterne-Hotel. Das direkt angrenzende Ringeisenhaus, ein ehemaliges Schul- und Pflegehaus, soll ebenfalls in die neue Nutzung integriert werden. Das Schloss ist Teil der Burgenregion Allgäu-Außerfern und steht auf der Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege.
Die Architektur des Schlosses spiegelt seine wechselvolle Geschichte wider. Die Westfront zeigt fünf Geschosse mit sieben Fensterachsen, während der östliche Fuggeranbau aus dem späten 17. Jahrhundert dreigeschossig und mit Walmdach versehen ist. Im Südwesten ragt ein 35 Meter hoher Turm auf, der sich ab dem dritten Obergeschoss achteckig verjüngt. Die Toreinfahrt im Süden ist über eine moderne Brücke erreichbar. Die Schlosskapelle im benachbarten Ringeisenhaus wurde 1941 eingeweiht und besteht bis heute.