Barbara-Brunnen
Highlights
- Das Hirtenmädchen Barbara steht seit 1956 auf dem Marktbrunnen in Bad Liebenwerda.
- Die Bronze-Skulptur stammt von Bildhauerin Dorothea von Philipsborn.
- Sie bezieht sich auf eine örtliche Sage über das Mädchen, das die Pest vertrieb.
Tipps
- Der Barbara-Brunnen steht direkt neben der St. Nikolai Kirche auf dem Markt und ist gut erhalten.
- Die Figur des Hirtenmädchens Barbara wurde 1956 unter den Marktbrunnen integriert.
- Zwei Kastanien schützen den Brunnen, der auf die Pestgeschichte der Stadt verweist.
Eigenschaften
Über Barbara-Brunnen
Der Barbara-Brunnen zählt zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten der Kurstadt Bad Liebenwerda im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Er steht direkt am Roßmarkt, unmittelbar neben der evangelischen St. Nikolai Kirche und wird seit 1956 unter dem Dach des bereits 1910 errichteten Marktbrunnens präsentiert. Die zentrale Figur des Brunnens ist eine Bronze-Skulptur des „Hirtenmädchens Barbara“, geschaffen von der Bildhauerin Dorothea von Philipsborn. Die Figur hält in jeder Hand einen Fisch und blickt mit einem verträumten Ausdruck auf das Wasser, das aus den Fischen in das Becken des Brunnens fließt.
Der Brunnen verweist auf eine örtliche Sage, die tief in der Stadtgeschichte verwurzelt ist. Danach lebte im slawischen Fischerdorf Stadtwinkel am Rande der heutigen Stadt ein Hirtenmädchen namens Barbara, das sich während einer Pestepidemie den Kranken annahm. In einer mystischen Begegnung am Ufer der Schwarzen Elster erhielt sie von einem göttlichen Wesen die Anweisung, heilkräftiges Wasser zu schöpfen und es den Erkrankten zu reichen. So soll sie das Leid der Bevölkerung gelindert und die Pest aus der Region vertrieben haben. Obwohl die historische Wahrheit dahinterstrittig bleibt, hat sich die Sage als Teil des kulturellen Erbes etabliert.
Die Skulptur wird von zwei Kastanienbäumen umgeben und ist Teil einer offenen Kirchenanlage direkt am Marktplatz. Die Inschrift am Dach des Brunnens trägt eine poetische Mahnung: „Sein Quell rauscht über alle Zeiten, ein Gast sah die Stadt in Glück und Not, was sich die Menschen selbst bereiten, das ernten sie – Sturm oder Brot!“ Damit wird nicht nur auf die Sage Bezug genommen, sondern auch ein kulturhistorischer Kommentar zur Eigenverantwortung der Bürger abgegeben. Der Brunnen gilt als geschützt und gut erhalten, was auch in den Bewertungen der Besucher:innen deutlich wird.
Der Barbara-Brunnen verkörpert für die Stadt Bad Liebenwerda sowohl eine Verbindung zur regionalen Sagengeschichte als auch zur Traditionslinie der Heilkraft des Elsterwassers. Die Darstellung des Mädchens mit den Fischen verweist auf die frühere Bedeutung der Fischerei entlang der Elster. Die Figur selbst wurde erst mehr als vier Jahrzehnte nach Errichtung des Brunnens hinzugefügt und hat seither einen festen Platz im Stadtbild. Ihre ruhige Präsenz lädt zur Betrachtung und Reflexion ein – fernab von Effekthascherei, doch mit künstlerischem und erzählerischem Anspruch.