Römische Kalkbrennerei Iversheim
Tipps
- Während der Besichtigung lohnt ein Abstecher zum Ofen mit der originalen Kalkfüllung, um den Arbeitsprozess der Römer nachzuvollziehen.
- Die Anlage ist bei Wanderungen zwischen Wachendorf und Iversheim gut erreichbar, auch mit Kinderwagen oder Fahrrad.
- Ein geführter Rundgang vermittelt Einblicke in die einzigartige Ofentechnik, die hier erstmals nachgewiesen wurde.
Eigenschaften
Über Römische Kalkbrennerei Iversheim
Die Römische Kalkbrennerei Iversheim in Bad Münstereifel ist ein bemerkenswertes archäologisches Denkmal und zugleich ein lebendiges Zeugnis der industriellen Aktivitäten der Römerzeit. Die Anlage wurde in den Jahren nach 1966 beim Bau einer Wasserleitung entdeckt und zählt heute zu den bedeutendsten Fundstellen römischer Industrie im Kreis Euskirchen. Sie ist Teil des UNESCO-Welterbes „Niedergermanischer Limes“ und steht für die technische Innovation und Organisation der römischen Kalkproduktion im ehemaligen Germania inferior. Die sechs nebeneinander angeordneten Kalköfen stammen vermutlich aus dem Zeitraum zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christus und wurden von Legionären der Legio XXX Ulpia Victrix und Legio I Minervia betrieben.
Die Kalkbrennerei wurde strategisch in ein Hanggelände am Rande des Erfttales gebaut, wodurch das natürliche Geländegefälle optimal für den Arbeitsablauf genutzt werden konnte. Die Rohstoffe – hauptsächlich Dolomit – gewannen die Römer aus Steinbrüchen, die sich direkt oberhalb der Anlage befanden. Nach aufwändiger Zerkleinerung wurde das Gestein in den Öfen bei Temperaturen von etwa 1000 °C mit Weiden- und Pappelholz zu Branntkalk gebrannt. Besonders bemerkenswert ist die Bauform der Öfen: Im Gegensatz zu anderen Fundstellen in Europa befindet sich die Befeuerungs- und Belüftungsöffnung, sogenannte „Schnauze“, nicht im Bodenbereich, sondern in zwei Metern Höhe. Diese Konstruktion ermöglichte eine effizientere Luftzirkulation und war einzigartig in der antiken Kalkbrenntechnik.
Die Anlage wurde nach ihrer Entdeckung von 1966 bis 1968 durch das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege ausgegraben. Heute können Besucher drei der sechs Öfen im Schutzbau besichtigen, während ein weiterer Ofen außerhalb des Gebäudes rekonstruiert und für Brennversuche genutzt wurde. Die übrigen Öfen wurden nach der Dokumentation wieder zugeschüttet. Die Ausstellung im Schutzbau informiert über die Grabungsbefunde, die Funktionsweise der Öfen und den damaligen Produktionsprozess. Ein besonderes Detail ist die Entdeckung eines Ofens mit vollständiger Kalkfüllung, was darauf hindeutet, dass die Anlage möglicherweise plötzlich aufgegeben wurde. Die Kalkbrennerei in Iversheim ist nicht nur ein archäologischer Fund von großer Seltenheit, sondern auch ein beeindruckendes Beispiel für die frühe Industrialisierung in der Antike.
Seit über 20 Jahren wird die Stätte ehrenamtlich vom Dorf-Verschönerungsverein Iversheim gepflegt. Die ehrenamtlichen Helfer sorgen für feste Öffnungszeiten in der Saison und ermöglichen interessierten Gruppen auch außerhalb dieser Zeiten den Besuch nach vorheriger Anmeldung. Der Eintritt trägt zur Erhaltung des Ortes bei, unterstützt durch Spenden und die Förderung des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V. Die Römische Kalkbrennerei Iversheim ist somit nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit, sondern auch ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement im Bereich des kulturellen Erbes.
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Häufige Fragen zu Römische Kalkbrennerei Iversheim
Was ist die römische Kalkbrennerei Iversheim?
Quelle: wikipedia
Wann wurde die Kalkbrennerei in Iversheim entdeckt?
Quelle: website
Welche Besonderheit weisen die Kalköfen in Iversheim auf?
Quelle: wikipedia
Wie viele Öfen hatte die Anlage und wie viel Kalk fasste jeder?
Quelle: website
Ist die Kalkbrennerei Iversheim Teil eines UNESCO-Welterbes?
Quelle: website