Denkmal/Gedenkstätte

Tunnel-Gedenkstätte Silberberg

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

Highlights

  • Die Tunnel-Gedenkstätte Silberberg erinnert an den Schutz von bis zu 2500 Menschen vor Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg.
  • Der 660 Meter lange Tunnel entstand 1910 für eine Eisenbahnstrecke, ging aber nie in Betrieb und diente später als Zufluchtsort.
  • Heute ist die Gedenkstätte ein kleines Freilichtmuseum am Rotweinwanderweg, finanziert durch Spenden.

Tipps

  • Beim Besuch der Gedenkstätte lohnt sich ein Blick auf die Schautafeln, die historische Einblicke in das Leben im Tunnel während des Krieges bieten.
  • Die nachgebauten Hütten am Tunneleingang veranschaulichen den Alltag der Menschen, die hier Zuflucht fanden.
  • Da der Tunnel selbst nicht betreten werden kann, ist die Ausstellung vor Ort besonders für die historischen Hintergründe einen Besuch wert.

Eigenschaften

Outdoor Aktiv Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Tunnel-Gedenkstätte Silberberg

Die Tunnel-Gedenkstätte Silberberg befindet sich im Ostportal des nach dem nahegelegenen Silberberg benannten Tunnels und erinnert an die Nutzung des Tunnels als Zufluchtsort der Zivilbevölkerung während der letzten Kriegsmonate des Zweiten Weltkriegs. Gelegen im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, nahe der Gemeinde Bad Neuenahr-Ahrweiler, stellt die Gedenkstätte ein kleines Freilichtmuseum dar, das durch den Heimatverein Alt-Ahrweiler initiiert und am 3. Juli 2004 eröffnet wurde. Ursprünglich wurde der 660 Meter lange Tunnel im Zuge des Baus für den sogenannten Strategischen Bahndamm angelegt, ging jedoch nie in Betrieb und wurde stattdessen im Jahr 1944/45 von der Bevölkerung Ahrweilers als Schutzraum genutzt.

In dieser Zeit richteten sich die Menschen dauerhaft im Tunnelinneren ein. Sie bauten hölzerne Unterkünfte, sogenannte „Büdchen“, ein, in denen bis zu zwanzig Personen unterkamen. Diese Behausungen waren sogar mit Hausnummern versehen, und es entstand ein eigenständiges Gemeinschaftsleben – inklusive eines Postamts und einer eigens freigehaltenen Verkehrsachse in der Tunnelmitte, der sogenannten Adolf-Hitler-Allee. Bis zu 2500 Menschen, das entspricht etwa 80 Prozent der damaligen Zivilbevölkerung von Ahrweiler, lebten zeitweise in dieser „Stadt im Berg“. Die Gedenkstätte zeigt durch Schautafeln und nachgebaute Hütten am Tunneleingang eindrücklich, wie die Lebensbedingungen während dieser Zeit waren.

Die Finanzierung der Gedenkstätte erfolgte ausschließlich durch Spenden der Bevölkerung. Der Heimatverein hatte zuvor den ursprünglich zugewucherten Tunneleingang freigelegt und Teile der historischen „Stadt im Berg“ sichtbar gemacht. Die Stätte liegt direkt am Rotweinwanderweg, einem beliebten Wanderweg in der Region die Geschichte vor Ort zu erfahren. Die Gedenkstätte ist somit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein kulturhistorisches Zeugnis der Kriegszeit im Ahrtal.

Im Jahr 1947 wurde der Tunnel durch französische Pioniertruppen gesprengt, nachdem er nach dem Krieg keine weitere Funktion mehr erfüllte. Heute bleibt von der ursprünglichen Tunnelanlage vor allem das Ostportal erhalten, in dem die Gedenkstätte untergebracht ist. Die Darstellung der Lebensumstände und die historischen Informationen vermitteln einen Einblick in die außergewöhnlichen Lebensbedingungen der Kriegsendphase. Die Besucher*innen erhalten so die Möglichkeit, die Ereignisse und Lebensweisen jener Zeit hautnah nachzuvollziehen.

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