Bunker Fuchsbau
Highlights
- Der Bunker Fuchsbau ist eine über 9.000 m² große unterirdische Anlage in den Rauenschen Bergen bei Bad Saarow.
- Er diente von 1965 bis 1990 als Zentrale Gefechtsstand der NVA-Luftstreitkräfte und war einer der größten Atombunker der DDR.
- Seit 2006 ist die Bunkeranlage als technisches Denkmal erhalten und wird von Freiwilligen als Museum geführt.
Tipps
- Wöchentliche Führungen bieten Einblicke in die militärische Nutzung von 1945 bis 1994 sowie in die damalige Luftlagedarstellung und Kommunikationstechnik.
- Der Bunker ist ab 2006 als Denkmal erhalten und wird ehrenamtlich betrieben, weshalb Besucher vor Ort Respekt und Unterstützung für das Engagement zeigen sollten.
Eigenschaften
Über Bunker Fuchsbau
Der Bunker Fuchsbau in Bad Saarow im Landkreis Oder-Spree ist eine ehemalige militärische Untergrundanlage mit einer über 75-jährigen Geschichte. Ursprünglich im Rahmen des Braunkohlebergbaus entstanden, wurde das Stollensystem ab 1941 von der Waffen-SS für nachrichtentechnische Zwecke umgebaut. Unter dem Decknamen „Hegewald“ diente der Fuchsbau ab 1944 als geheimer Kommunikationsstandort des SS-Führungshauptamtes und des OKW Zossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage von der Roten Armee übernommen und später von der DDR weitergenutzt.
Ab 1965 entwickelte sich der Bunker zu einer der größten und wichtigsten militärischen Anlagen der Nationalen Volksarmee. Als Zentraler Gefechtsstand 14 (ZGS-14) des Kommandos LSK/LV der NVA-Luftstreitkräfte verfügte die Anlage über eine Fläche von mehr als 9.000 Quadratmetern, hunderte von Arbeitsräumen und ein umfangreiches Stollensystem. Bis 1990 war sie Kernstück der luftverteidigungstechnischen Kommunikation der DDR. Nach der Wende übernahm die Bundeswehr das Areal und nutzte es bis zu seiner Außerdienststellung im Jahr 1994. Danach wurde der Bunker versiegelt und blieb bis 2005 ungenutzt.
Seit 2006 ist der Fuchsbau als technisches Denkmal unter Denkmalschutz gestellt. Das ehemalige Militärareal wird heute von einer Bürgerinitiative ehrenamtlich als Bunkermuseum betrieben. Besucher erhalten Einblicke in die verschiedenen Nutzungsepochen – von der Waffen-SS über die NVA bis zur Bundeswehr. Im Fokus stehen Originaltechnik, nachrichtentechnische Anlagen sowie Luftlagedarstellungen, ergänzt durch Dokumentationen und Archivmaterial. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem der Altbau mit seinen historischen Stollenanlagen sowie der Neubau mit komplexen unterirdischen Gängen.
Die Bunkeranlage ist Teil des landschaftlich reizvollen Rauener Berglands, das zu den beliebten Naherholungsgebieten im Seenland Oder-Spree zählt. In unmittelbarer Nähe befinden sich weitere touristische Ziele wie der Scharmützelsee, die Rauener Steine und eine Ganzjahresrodelbahn. Der Fuchsbau selbst ist über ein gut ausgeschildertes Wegenetz erreichbar. Regelmäßig finden Führungen statt, die nicht nur die technischen Räumlichkeiten, sondern auch die wechselvolle Geschichte des Ortes anschaulich machen. Die Anlage gilt als aktives Museum und zeugt von mehr als drei Jahrzehnten militärischer Nutzung inmitten eines ehemaligen Braunkohlebergbaugebiets.