Stolperstein Fieseler
Highlights
- In Bad Saarow erinnert ein Stolperstein an ein Opfer des Nationalsozialismus – Teil des Projekts ‚Stolpersteine gegen das Vergessen‘ von Gunter Demnig.
- Der Kunstdenkmal-Stein würdigt Verfolgte wie Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle oder Euthanasieopfer im NS-Regime – lokal verlegte Erinnerung an Vertreibung und Gewalt.
Tipps
- Die Stolpersteine in Bad Saarow erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus und deren Schicksale durch individuelle Gedenktafeln im öffentlichen Raum.
- Ein Besuch ermöglicht die Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte der Verfolgung und Vertreibung während der NS-Zeit durch die Verlegung der Kunstwerke von Gunter Demnig.
- Die Steine liegen oft in unmittelbarer Nähe zu den letzten frei gewählten Wohnorten der Betroffenen und bieten so einen räumlichen Bezug zur historischen Situation.
Eigenschaften
Stolperstein Fieseler Bad Saarow Kulturdenkmal-Ausflug
Der Stolperstein Fieseler in Bad Saarow ist Teil des internationalen Projekts „Stolpersteine“, das vom Künstler Gunter Demnig initiiert wurde. Diese kleinen, in den Boden eingelassenen Gedenktafeln erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus – darunter Juden, Sinti und Roma, politische Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Opfer der Euthanasie. Jeder Stein trägt den Namen, das Geburtsdatum und das Schicksal der betroffenen Person, um so das individuelle Leid und die systematische Entrechtung während der NS-Zeit sichtbar zu machen.
Bad Saarow, ein Ort mit historischer Bedeutung im Umfeld des ehemaligen Fliegerhorstes, war während des Zweiten Weltkriegs ein zentraler Standort für die Flugzeugproduktion. Die Familie Fieseler, eng mit der Luftfahrtindustrie verbunden, hatte hier einen bedeutenden Einfluss. Der Stolperstein erinnert an die Verfolgung und Vertreibung von Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Überzeugungen oder Zugehörigkeit zu marginalisierten Gruppen das Schicksal der NS-Diktatur teilten. Die Verlegung der Steine dient als Mahnmal und mahnt zur Erinnerung an die Verantwortung für die Menschenrechte.
Das Projekt „Stolpersteine“ wurde von Gunter Demnig entwickelt, um die Erinnerung an die Opfer im öffentlichen Raum lebendig zu halten. Die Tafeln sind bewusst klein und unscheinbar, um die Betrachter:innen zum Innehalten und Nachdenken zu bewegen. In Bad Saarow sind die Steine Teil eines Netzwerks ähnlicher Gedenkorte, die das kollektive Gedächtnis bewahren und die Geschichte des Ortes vor Ort verständlich machen. Besonders in der Region um den ehemaligen Fliegerhorst, wo die NS-Geschichte eng mit der Industrialisierung und Militarisierung verbunden ist, gewinnen diese Erinnerungsorte eine besondere Bedeutung.
Die Initiative „Stolpersteine gegen das Vergessen“ in Bamberg, koordiniert von lokalen Historiker:innen und Initiativen, trägt maßgeblich zur Verbreitung des Projekts bei. Durch die systematische Erforschung und Dokumentation der Schicksale der Verfolgten wird sichergestellt, dass die Namen nicht in Vergessenheit geraten. Der Stolperstein Fieseler in Bad Saarow ist somit nicht nur ein individuelles Denkmal, sondern auch ein Teil eines größeren Netzwerks, das die Verantwortung für die Aufarbeitung der NS-Geschichte in der Gegenwart trägt.
Wer sich für die Geschichte des Ortes und die Erinnerungskultur interessiert, findet in den Stolpersteinen eine bescheidene, aber eindringliche Form der Gedenkpflege. Sie laden dazu ein, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Toleranz und Menschenwürde für die Gegenwart zu reflektieren. Bad Saarow, geprägt von seiner Verbindung zur Luftfahrt und Militärgeschichte, bietet mit diesem Gedenkstein eine Möglichkeit, die dunklen Kapitel der regionalen Vergangenheit bewusst zu thematisieren.