Aussichtsturm

Kleinkastell Kemel 2

65321 Heidenrod

Highlights

  • Das Kleinkastell Kemel 2 liegt auf dem höchsten Punkt des Limes zwischen Bad Ems und der Aar.
  • Es wurde 1898 von Hans Lehner entdeckt und in mehreren Grabungskampagnen erforscht.
  • Das Kastell ist heute ein überbautes Bodendenkmal im Ortskern von Kemel.

Tipps

  • Bei Besuch des Kleinkastells Kemel 2 auf dem Pohl lohnt sich die wunderbare Rundumsicht, besonders im Winterhalbjahr.
  • Aussichtspunkt ideal für Panoramablicke vom Taunus bis ins Rheingau, bei klarem Wetter weit über Limburg.
  • Vandalismus und Verschmutzung beeinträchtigen teilweise den Ort, daher empfehlenswert nur bei Tageslicht und trockenen Wetterbedingungen.

Eigenschaften

Familie Ganzjährig

Über Kleinkastell Kemel 2

Das Kleinkastell Kemel 2 liegt im hessischen Heidenrod, direkt im Zentrum des Ortsteils Kemel, und zählt zu den bedeutenden archäologischen Zeugnissen des römischen Limes. Als Teil des ehemaligen Garnisonsorts Kemel nimmt es eine zentrale Stellung im Obergermanischen Limes ein, der seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Anlage befindet sich auf einer Höhe von 537 Metern und war strategisch günstig am höchsten Punkt dieses Limesabschnitts zwischen Bad Ems und der Aar positioniert. Die exponierte Lage gewährt eine beeindruckende Rundumsicht, die weit in das Umland reicht – vom Rheingaugebirge über den Taunus bis hin zum Westerwald und sogar sichtbar bis in Richtung Limburg.

Das Kastell wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts durch Hans Lehner entdeckt und in mehreren Grabungskampagnen erforscht. Die archäologischen Befunde zeigen, dass es sich bei Kemel um ein Numeruskastell handelte, das in Holz-Erde-Bauweise errichtet wurde. Die überbaute Fläche umfasst etwa 0,7 Hektar, die Wehrmauern hatten eine Stärke von bis zu 1,70 Metern. Die römische Anlage war mit mindestens zwei, vermutlich sogar vier Toren ausgestattet, wobei die Hauptachse nach Nordosten, in Richtung Limes, ausgerichtet war. Die Porta praetoria sowie die Porta decumana konnten nachgewiesen werden. Die topografischen Gegebenheiten führten dazu, dass das Kastell leicht versetzt zur eigentlichen Limeslinie in einer geschützten Mulde errichtet wurde, was unter anderem der Wasserversorgung durch den Aulbach diente.

Heute ist das Kleinkastell Kemel 2 als Bodendenkmal erhalten und mitten im Ortskern von Kemel gelegen. Die archäologischen Spuren sind größtenteils nicht mehr sichtbar, da die Fläche bebaut ist. Dennoch bleibt der historische Wert erhalten, und die Stelle ist Teil eines größeren kulturellen und landschaftlichen Erbes. Besucher*innen schätzen vor allem die Aussichtsplattform, die von diesem Punkt aus einen atemberaubenden Panoramablick bietet. Besonders im Winter wird die Sicht als besonders eindrucksvoll beschrieben. Allerdings wird auch häufig auf den Zustand hingewiesen – Vandalismus und Verschmutzungen trüben den Eindruck vor Ort.

Die Forschung am Standort wurde im frühen 21. Jahrhundert durch eine Notgrabung im Bereich des Vicus, also der zivilen Siedlung neben dem Kastell, fortgesetzt. Diese Grabungen wurden vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen durchgeführt und trugen zur weiteren Erforschung der römischen Siedlungsstruktur bei. Das Kleinkastell Kemel 2 steht somit exemplarisch für die militärische und zivile Präsenz Roms an der Grenze des Imperiums und ist ein wichtiger Bezugspunkt für das Verständnis der römischen Geschichte im Rheingau-Taunus-Kreis.

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