Denkmal/Gedenkstätte

Gedenkstein Uracher Kreis

Oberer Brühl 1, 72574 Bad Urach

Highlights

  • Der Gedenkstein erinnert an den Uracher Kreis, eine linksorientierte Künstler- und Intellektuellen-Gruppe um Bertolt Brecht und Karl Raichle.
  • 1921/22 entstand in Bad Urach als Treffpunkt des Kreises das Haus am Grünen Weg, später Zentrum politischer und literarischer Aktivitäten.
  • Karl Raichle, Zinnschmied und Designer, prägte mit Werken wie dem fünfarmigen Tafelleuchter die Pariser Weltausstellung 1937.

Tipps

  • Der Gedenkstein erinnert an Mitglieder des ‚Uracher Kreises‘, einer linksorientierten Gruppe mit literarischen und politischen Aktivitäten in den 1920er-Jahren.
  • Die Informationstafeln geben Einblicke in die historischen Zusammenhänge und die Rolle der Gruppe im regionalen Kontext der Weimarer Republik.
  • Ein nahegelegener Weg führt zu einem historischen Wohnhaus, das als Treffpunkt der Gruppe diente und heute als kulturelles Andenken erhalten bleibt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Gedenkstein Uracher Kreis – Bad Urach

Der Gedenkstein Uracher Kreis in Bad Urach erinnert an eine bedeutende Phase der politischen und kulturellen Geschichte der Region. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem Zentrum linksorientierter Intellektueller und Künstler, die sich im sogenannten „Uracher Kreis“ versammelten. Dieser Kreis, geprägt von progressiven Ideen und sozialkritischem Engagement, wurde zu einem Treffpunkt für Schriftsteller, Künstler und politische Aktivisten – darunter auch der spätere Gemeinderat für die KPD.

Ein zentraler Bezugspunkt des Uracher Kreises war das Haus am Grünen Weg, das 1921/1922 von dem Schriftsteller und Dramatiker Heinrich Becher gemeinsam mit seiner Frau und Freunden erbaut wurde. Das bescheidene Häuschen diente als inspirierender Ort für Diskussionen, literarische Arbeiten und politische Debatten. Besonders nach der Uraufführung von Bechers proletarischem Stück Das Tor des Ostens oder der Rote Schmied im Jahr 1925 wurde der Kreis zunehmend politisch aktiv – Becher selbst trat 1925 als Gemeinderat für die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) in Urach an.

Der Gedenkstein würdigt nicht nur die ideelle Arbeit des Uracher Kreises, sondern auch die persönlichen Verbindungen zu anderen bedeutenden Persönlichkeiten der Region. So wurde etwa der Meersburger Zinnschmied Karl Raichle, ein renommierter Künstler des Art déco, von Freunden des Kreises mit einem literarischen Denkmal geehrt. Raichles Werk, das international ausgestellt wurde – unter anderem auf der Weltausstellung in Paris 1937 –, steht für den künstlerischen Austausch, der im Uracher Umfeld gepflegt wurde. Sein Schaffen verbindet handwerkliche Tradition mit moderner Gestaltung und spiegelt den Geist einer Zeit wider, in der Kunst und Politik eng verwoben waren.

Der Gedenkstein selbst ist ein stiller Zeuge dieser Epoche und lädt Besucher ein, die Spuren einer Zeit zu entdecken, in der Bad Urach als intellektuelles Zentrum fungierte. Die Mahn- und Gedenkstätte erinnert an die Bedeutung des Ortes für die kulturelle und politische Geschichte Süddeutschlands – ein Erbe, das bis heute nachwirkt. Durch die hohe Wertschätzung der Besucher, die dem Ort mit einer Bewertung von fünf Sternen Ausdruck verleihen, wird die besondere Bedeutung des Gedenksteins unterstrichen.

Besucher können hier nicht nur die historische Atmosphäre des Uracher Kreises nachspüren, sondern auch die Verbindung zwischen Literatur, Kunst und politischem Engagement nachvollziehen. Der Gedenkstein steht als Symbol für eine Ära, in der Bad Urach als Ort der Ideen und des Widerstands fungierte – ein Kapitel regionaler Geschichte, das bis heute fasziniert und zum Nachdenken anregt.

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