Evangelisches Pfarramt Wittenberge
Highlights
- Die Evangelische Kirche Wittenberge thront mit ihrem 53 m hohen Turm über der Altstadt.
- 1872 eingeweiht, ist sie ein markantes Beispiel der neugotischen Sakralbaukunst im Historismus.
- Die Kirche verfügt über eine umfangreiche Orgel mit 49 Registern und drei Manualen.
Tipps
- Die evangelische Kirche in Wittenberge ist ein markantes Bauwerk mit 53 Meter hohem Turm und gut erhaltener neugotischer Architektur, ideal für Besuche an Feiertagen.
- Der Innenraum bietet viel Platz, beeindruckende Emporen und kunstvolle Fenster, die besonders bei Konzerten oder Gottesdiensten zum Tragen kommen.
- Die Kirche liegt zentral in der Altstadt, umgeben von historischen Gebäuden, und lädt zu einem Spaziergang durch das bootsförmige Stadtzentrum ein.
Eigenschaften
Über Evangelisches Pfarramt Wittenberge
Das Evangelische Pfarramt Wittenberge steht mitten in der Altstadt des gleichnamigen Ortes im brandenburgischen Kreis Prignitz. Die Kirche gilt als eines der markantesten Bauwerke der Stadt und prägt mit ihrem schlanken, 53 Meter hohen Turm aus roten Ziegeln und grüner Kupferhaube das Stadtbild. Schon von weitem ist der Turm sichtbar und thront wie ein Wächter über der historischen Altstadt, die sich in Form eines Bootes zwischen den Straßen „Steinstraße“ und „Burgstraße“ erstreckt.
Die heutige Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, nachdem zwei Vorgänger durch Brände zerstört worden waren. Der Neubau orientierte sich am sogenannten „Eisenacher Regulativ über den evangelischen Kirchenbau“ und folgte den Prinzipien des Historismus. Der Architekt Ferdinand Wilhelm Horn sowie die Berliner Baumeisterbrüder Ernst und Johann Friedrich Petzold entwarfen ein beeindruckendes Sakralgebäude aus rotem Ziegel, das bis zu 1200 Gläubige fasst. Der Innenraum gliedert sich in ein Hauptschiff mit Emporen, ein breites Querschiff und einen polygonalen Chor, der durch einen Triumphbogen abgetrennt ist.
Die Kirche verfügt über eine reichhaltige Geschichte, die sich auch in ihren Ausstattungsstücken widerspiegelt. So wurde bereits kurz nach der Einweihung eine Orgel eingebaut, die später durch ein größeres Instrument ersetzt wurde. Mehrere Glocken schmücken den Turm, darunter drei Stahlgussglocken, die 1920 geweiht wurden, nachdem die Vorgänger durch Kriegseinwirkungen verloren gegangen waren. Im Laufe der Jahrzehnte wurden verschiedene Umbauten und Renovierungen durchgeführt, darunter der Einbau einer neuen Kanzel und Gedenktafeln für Kriegsopfer. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Chorfenster zugemauert und der Altarraum umgestaltet. In der DDR-Zeit wurde der Erhalt des Gebäudes zunehmend schwierig, was zu baulichen Mängeln führte.
Erst nach der friedlichen Revolution in der DDR erhielt die Kirche neue Unterstützung durch die Gründung eines Fördervereins und durch kirchliche sowie staatliche Mittel. Zwischen 1999 und 2011 wurde das Gebäude umfassend saniert. Dabei konnten auch die im Jahr 1938 zugemauerten Chorfenster wieder freigelegt und restauriert werden. Die Kirche bleibt bis heute ein zentrales kulturelles und spirituelles Zentrum der Gemeinde. Regelmäßige Gottesdienste sowie besondere Veranstaltungen wie Konzerte unterstreichen ihre Bedeutung für die Einwohner von Wittenberge.