Denkmal/Gedenkstätte

Oberburg

Kurfürstenstraße 1, 54531 Manderscheid

Highlights

  • Erstmals erwähnt wurde die Burg 973 in einer Schenkungsurkunde Ottos II. an das Erzstift Trier.
  • Heute ist die Oberburg eine frei zugängliche Ruine, die 1921 von der Gemeinde Manderscheid hergerichtet wurde.

Tipps

  • Die Oberburg ist über einen mittel schweren Wanderweg erreichbar, der lohnenswerte Ausblicke bietet.
  • Der Eintritt zur Oberburg ist frei, der Weg dorthin führt kurz an den Ruinen der Niederburg vorbei.
  • Vom Bergfried aus eröffnet sich eine gute Sicht auf Manderscheid und das Liesertal.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Oberburg

Die Oberburg in Manderscheid thront auf einer künstlich abgeflachten Bergspitze über dem Liesertal und zählt zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Die fast dreieckige Außenmauer und der fünfstöckige Bergfried, der heute wieder begehbar ist, zeugen noch heute von der ehemaligen Größe der Anlage. Vom Bergfried aus erstreckt sich ein weithin sichtbarer Blick über das Tal, die Stadt Manderscheid und die gegenüberliegende Niederburg. Diese strategische Lage spiegelt den mittelalterlichen Machtstreit zwischen dem Kurfürstentum Trier und dem Herzogtum Luxemburg wider.

Die Geschichte der Oberburg reicht weit zurück. Erste urkundliche Hinweise auf die Region stammen aus dem 10. Jahrhundert, die Burg selbst wurde jedoch erst im Verlauf des 12. Jahrhunderts erwähnt. Sie spielte eine zentrale Rolle während der Fehden zwischen Graf Heinrich dem Blinden von Namur-Luxemburg und Erzbischof Albero von Trier. Im weiteren Verlauf wurde sie zu einer der sieben Landesburgen Kurtriers und diente als Verwaltungssitz eines wichtigen Amtes. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach, und die Burg wurde sowohl militärisch als auch politisch genutzt, ehe sie im Zuge von Kriegen und Plünderungen schließlich in einen Ruinenzustand geriet.

Einige Bau- und Restaurierungsphasen prägten das Erscheinungsbild der Oberburg. Nach ihrer Zerstörung im 17. Jahrhundert geriet sie in Verfall, ehe sie von verschiedenen Privatpersonen übernommen wurde, darunter der Manderscheider Pfarrer Johann Hubert Franz Zeininger und später die Gräfin Paula von Brühl. 1921 wurde die Ruine schließlich von der Gemeinde Manderscheid erworben, die sie seither instand hält. Heute ist der Zugang zur Oberburg frei und sie lädt Besucher zu einer zeitnahen Wanderung oder als Teil eines Rundwegs ein. Der kurze Fußweg vom Kaisertempel zur Oberburg ist leicht zu bewältigen und bietet einen attraktiven Ausblick auf die beidburgenstadt Manderscheid.

Die Ruine ist ein markantes Zeichen der Stadtgeschichte und Teil eines größeren kulturellen Erbes, das durch die nahegelegene Niederburg ergänzt wird. Beide Burgen stehen in engem räumlichen und historischen Zusammenhang und verdeutlichen die politische wie geografische Bedeutung Manderscheids im mittelalterlichen Machtgefüge der Region. Die Oberburg ist somit nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein historisches Denkmal, das Besucher in die Vergangenheit eintauchen lässt.

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