Denkmal/Gedenkstätte

Wehrturm

Wocklumer Allee 8, 58802 Balve

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Wehrturm

Der Wehrturm in Balve, ein ehemaliger Trafoturm aus dem Jahr 1913, zählt heute zu den besonderen kulturhistorischen Denkmälern im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund seiner auffallenden Architektur, die an ein Schlösschen oder eine Kapelle erinnert, unterscheidet er sich deutlich von anderen Trafotürmen in Deutschland. Diese Besonderheit macht ihn zu einer kleinen, aber faszinierenden Sehenswürdigkeit am Rande des Hönnetals. Der Turm ist in der Denkmalschutzliste der Stadt Balve unter der Nummer 103 verzeichnet und steht unter besonderem Schutz.

Errichtet wurde das Bauwerk von dem Balver Maurermeister Wilhelm Wenniges, der für seine Bruchsteinarbeiten bekannt war und zahlreiche Gebäude in der Region realisiert hat. Die Gestaltung des Turms orientiert sich vermutlich am Entwurf des Aachener Architekten Prof. Buchkremer, der auch die nur wenige Jahre früher erbaute neoromanische Pfarrkirche St. Blasius in Balve entworfen hatte. Auffällig ist die oktogonale Grundform sowie die Anlehnung an die Kuppel des Aachener Doms, was den sakralen Charakter des Bauwerks unterstreicht.

Der Wehrturm befindet sich heute in Privatbesitz. Franz Josef Gilberg hat das Gebäude von der Stadt erworben und mit großem persönlichen Engagement sowie erheblichem finanziellen Aufwand restauriert und erhalten. Um das Bauwerk vor Vandalismus und unerwünschten Besuchern zu schützen, wurde eine Einfriedung errichtet. Trotz seiner geschützten Lage ist der Turm von der berühmten Balver Höhle aus in nur fünf Gehminuten zu erreichen und bietet von seinem Standort aus einen schönen Blick auf Schloss Wocklum sowie auf die Luisenhütte in der Ferne.

Als „Point of Interest“ im Rahmen von „Radeln mit Zahlen“ ist der Wehrturm eine touristische Besonderheit in der Region und zieht gelegentlich interessierte Besucher an. Dennoch mangelt es bisher an Informationstafeln vor Ort, was den historischen Kontext für Laien schwerer zugänglich macht. Auch der Zugang zum Grundstück ist nicht öffentlich möglich, was den direkten Blick in das Innere des Turms verhindert. Im Sommer wird die Sicht durch das umgebende Pflanzenwachstum zusätzlich eingeschränkt.

Der Turm ist Teil einer ganzen Reihe historischer Trafostationen im Hönnetal, die von regionalen Initiativen wie dem Naturhistorischen Verein Hönnetal e.V. erforscht und dokumentiert werden. Seine besondere Bedeutung für die Industrie- und Kulturgeschichte wurde unter anderem durch Michael Sonfeld hervorgehoben, der sich ehrenamtlich für den Erhalt solcher Denkmäler einsetzt. Der Wehrturm steht somit exemplarisch für die technische und architektonische Entwicklung des frühen 20. Jahrhunderts und ist ein kleines, aber wertvolles Zeitdokument in der Region.

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