Kollegiatstift St. Stephan, Bamberg
Highlights
- Die Stephanskirche in Bamberg ist die einzige evangelische Kirche, die von Papst Benedikt VIII. im Jahr 1020 geweiht wurde.
- Nach der Säkularisation 1803 wurde die ehemalige katholische Stiftskirche 1808 an die evangelisch-lutherische Gemeinde übergeben.
Tipps
- Der Eintritt ist frei, weshalb ein Besuch auch spontan möglich ist – besonders lohnenswert bei Sonderausstellungen oder Konzerten, die regelmäßig angeboten werden.
- Aufgrund der zentralen Lage in der Altstadt eignet sich die Kirche gut als Zwischenstopp bei Stadtrundgängen, nahe des Bamberger Doms und des Alten Hofes.
Eigenschaften
Über Kollegiatstift St. Stephan, Bamberg
Die Kollegiatstiftskirche St. Stephan in Bamberg zählt heute zu den bedeutenden evangelischen Kirchen Bayerns und ist ein Zeugnis wechselvoller Geschichte. Ursprünglich 1020 vom Papst Benedikt VIII. geweiht, stand an dieser Stelle zunächst eine romanische Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Der heutige barocke Bau entstand im 17. Jahrhundert und behielt den Grundriss des früheren Sakralbaus bei, verzichtete jedoch auf den Westchor. Der mittelalterliche Turm mit seinem charakteristischen Dach von 1698 ist das einzige erhaltene Bauteil des ursprünglichen Bauwerks.
Nach der Säkularisation 1803 wurde das Stift aufgelöst, und die Kirche ging 1808 in den Besitz der evangelisch-lutherischen Gemeinde über. Damit ist St. Stephan die einzige evangelische Kirche, die von einem Papst geweiht wurde. Der Wandel spiegelt sich auch im Innenausbau wider: Während die Außenfassade prächtig wirkt, besticht das Innere durch eine schlichte, helle Gestaltung, die bei der umfassenden Renovierung 1987 in einer weißen Fassung mündete. Moderne Elemente wie der Mittelpunktsaltar und der Taufstein unterstreichen den zeitgenössischen Umgang mit dem historischen Raum.
Ein besonderes Kapitel der Baugeschichte ist die sogenannte Pfennigwunder-Legende, die im Bamberger Dom dargestellt ist. Danach soll die Kaiserin Kunigunde persönlich eingegriffen haben, um Diebstähle bei den Baufinanzierungen aufzuklären. Die Kirche beherbergt zudem eine bedeutende Orgel, die zwischen 2003 und 2008 von der Firma Mühleisen erbaut wurde und in die vorhandene historische Kanzelarchitektur integriert ist.
Heute dient St. Stephan nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als kultureller Veranstaltungsort. Regelmäßig finden Konzerte, Ausstellungen und andere kirchliche sowie gemeindenahe Veranstaltungen statt. Die Kirche ist täglich zu bestimmten Zeiten für Besuche geöffnet und lädt mit ihrer lichtdurchfluteten Architektur zur Besinnung ein. Im Pfingstfestkreis wird sie traditionell mit grünen Zweigen geschmückt, was den sakralen Raum in besonderer Weise erstrahlen lässt.