Dokumentationszentrum Mikwe
Highlights
- Das Dokumentationszentrum zur Mikwe in Bamberg präsentiert archäologische Funde und die Geschichte des jüdischen Lebens in der Stadt.
- Die Mikwe aus dem 15. Jahrhundert ist das älteste erhaltene Denkmal der jüdischen Gemeinde in Bamberg.
Eigenschaften
Über Dokumentationszentrum Mikwe
Das Dokumentationszentrum Mikwe in Bamberg ist ein besonderes kulturelles Kleinod, das in unmittelbarer Nähe zu den historischen Stadtmauern im sogenannten „Quartier an den Stadtmauern“ beheimatet ist. Dieses Viertel zählt heute zu den lebendigen Stadtquartieren Bambergs und vereint auf engem Raum verschiedene Denkmäler aus unterschiedlichen Epochen. Besonders hervorzuheben ist die mikwe-eigene Ausgrabungsstelle – ein jüdisches Ritualbad aus dem frühen Mittelalter, das um das Jahr 1500 außer Gebrauch gestellt und später verfüllt wurde. Heute ist noch der Treppenabgang erhalten, der in das ehemalige Tauchbecken führte. Das Becken selbst bleibt archäologisch gesichert unter einer Außenmauer erhalten.
Im Zentrum steht die Geschichte des jüdischen Lebens in Bamberg, die an diesem authentischen Ort erfahrbar gemacht wird. In einer informativen Ausstellung wird ein kurzer, aber aussagekräftiger Film gezeigt, der die Bedeutung der Mikwe sowie die Lebenswelt jüdischer Bürger im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bamberg anschaulich darstellt. Die sieben freigelegten Stufen des Treppenabgangs sind Teil der Präsentation und ermöglichen einen direkten Blick auf das alte Ritualbad. Ergänzt wird die Ausstellung durch Informationen über ein barockes Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert, das ebenfalls auf dem Gelände steht und von jüdischen Familien bewohnt war.
Das Dokumentationszentrum wurde mit großem Engagement und unter fachkundiger Leitung entwickelt, um die jüdische Geschichte Bambergs lebendig und respektvoll zu bewahren. Es dient sowohl als Geschichtsspeicher als auch als Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Die enge Verzahnung von Archäologie, Geschichte und Gegenwart macht den Besuch besonders eindrucksvoll. Dank der barrierearmen Gestaltung und der engagierten Betreuung vor Ort eignet sich das Zentrum für Besucherinnen und Besucher jeden Alters.
Das Museum ist Teil der Museen der Stadt Bamberg und ergänzt die städtischen Ausstellungen um eine wichtige Facette der regionalen Kulturgeschichte. Es trägt maßgeblich dazu bei, das jüdische Erbe in der Welterbestadt sichtbar und erfahrbar zu machen. Die Öffnung erfolgt regelmäßig an Sonntagen, wobei der Eintritt frei ist. Bei geschlossener Tür hilft ein freundlicher Hinweis am Fenster, das Personal zu kontaktieren – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind stets bemüht, den Besuch persönlich und informativ zu gestalten. Ein Besuch dauert in der Regel etwa 15 Minuten und hinterlässt dennoch einen bleibenden Eindruck.