Denkmal/Gedenkstätte

Gedenkstein ehemalige Synagoge

Urbanstraße 7, 96103 Bamberg

Tipps

  • Der Gedenkstein markiert den Standort der ehemaligen Synagoge in Bamberg und bietet Informationen zur historischen Bedeutung des Ortes für die jüdische Gemeinde.
  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht es Besuchern, den Gedenkstein ohne Hindernisse zu erreichen und die Inschrift sowie die Umgebung zu betrachten.
  • Die Umgebung des Standorts verbindet archäologische Spuren mit der Geschichte der jüdischen Siedlungsorte und der späteren Nutzung des Geländes durch andere Institutionen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Gedenkstein Bamberg: Ehemalige Synagoge als Kulturdenkmal

Der Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in Bamberg erinnert an ein zentrales Stück jüdischer Geschichte der Stadt, das eng mit dem Auf und Ab der jüdischen Gemeinde verbunden ist. Bereits im frühen 11. Jahrhundert siedelten sich Juden in Bamberg an, als die Stadt durch die Gründung des Bistums zu wirtschaftlichem und politischem Aufschwung fand. Der erste Siedlungsschwerpunkt lag im sogenannten Judenhof, einem verkehrsgünstig gelegenen Gebiet zwischen Pfahlplätzchen, Lugbank, Schranne und Balthasargässchen. An dieser Stelle entstand später eine Synagoge, die nach der Vertreibung der Juden im 14. Jahrhundert durch eine katholische Marienkirche ersetzt wurde – ein Symbol für die wechselvolle Geschichte der jüdischen Präsenz in Bamberg.

Nach der Rückkehr jüdischer Familien im 15. Jahrhundert entstand eine zweite Synagoge in der heutigen Hellerstraße, deren genauer Standort heute nicht mehr eindeutig geklärt ist. Archäologische Funde belegen jedoch die Existenz einer spätmittelalterlichen Mikwe – ein rituelles Tauchbad – im Rückgebäude der Hellerstraße 13. Diese Entdeckung unterstreicht die Bedeutung des Viertels als religiöses und kulturelles Zentrum der jüdischen Gemeinde. Die dritte Synagoge, die im 19. Jahrhundert in der Generalsgasse 15 erbaut wurde, vereinte romanische, maurische und gotische Stilelemente und galt als architektonisches Juwel. Doch bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte sie die wachsende Gemeinde nicht mehr fassen, und ihr Toraschrein wurde später Teil des Denkmals für jüdische Gefallene des Ersten Weltkriegs.

Bambergs jüdische Geschichte ist eng mit der des gesamten Fränkischen Landes verbunden, insbesondere mit den Nachwirkungen des Nationalsozialismus. Nach 1945 wurden in der Region mehrere Displaced-Personen-Camps eingerichtet, in denen jüdische Überlebende aus Osteuropa vorübergehend Unterkunft fanden. Diese Lager, wie etwa das DP-Camp Föhrenwald bei München, dienten als Übergang für diejenigen, die keine Rückkehr in die Sowjetunion wünschten und auf eine Auswanderung warteten. Bambergs eigene Geschichte der Vertreibung und des Neubeginns spiegelt sich somit auch in diesen Nachkriegslagern wider, die Teil eines größeren Netzwerks jüdischer Gemeinschaften im westlichen Deutschland wurden.

Der Gedenkstein an der ehemaligen Synagoge ist heute ein stiller Zeuge dieser bewegten Vergangenheit. Er mahnt zur Erinnerung an die jüdische Kultur, die hier über Jahrhunderte blühte, und an die Tragödien des 20. Jahrhunderts. Als Teil des kulturellen Erbes Bambergs lädt er Besucher ein, sich mit der Stadtgeschichte auseinanderzusetzen – von den mittelalterlichen Synagogen über die NS-Zeit bis hin zu den DP-Camps der Nachkriegszeit. Der Ort verbindet lokale Identität mit universellen Themen von Vertreibung, Widerstand und Neuaufbau, was ihn zu einem bedeutenden Denkmal der fränkischen und deutschen Geschichte macht.

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