Franziskanerkloster St. Johannes, Barby
Highlights
- Die St.-Johannis-Kirche in Barby ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt und wurde um 1264 als Klosterkirche der Franziskaner erbaut.
- Nach der Reformation wurde sie zur Schloss- und Begräbniskirche der Barbyer Grafen umgewandelt.
- Heute beherbergt die evangelische Kirche wertvolle Grabdenkmäler und eine Mondsichelmadonna aus dem 15. Jahrhundert.
Tipps
- Die St.-Johannis-Kirche in Barby ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt und wurde im 13. Jahrhundert als Klosterkirche der Franziskaner erbaut.
- Gegenüber der Kirche befindet sich die Stempelstelle Nr. 9 des SalzländerKulturstempels, voll funktionstüchtig am Zaun.
- Ein kleiner Parkplatz direkt neben der Kirche ermöglicht bequemes Parken für Besucher.
Eigenschaften
Über Franziskanerkloster St. Johannes, Barby
Die St. Johanniskirche in Barby zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauwerken der Region und ist das älteste erhaltene Gebäude der über 1000 Jahre alten Stadt. Errichtet im 13. Jahrhundert als Klosterkirche des Franziskanerordens unter der Herrschaft des Barbyer Grafen Burkart II., zeigt das Gotteshaus eindrucksvoll den frühgotischen Baustil jener Epoche. Die Kirche wurde aus Bruchsteinen erbaut und verfügt über eine markante Südfassade mit zwölf spitzbogigen Fenstern sowie zwei rundbogigen Portalen. Ursprünglich ohne Turm – wie für Klöster des Bettelordens typisch – trägt das Dach heute einen kleinen Dachreiter. Noch heute zeugen kleine architektonische Details wie das sogenannte „Abtshäuschen“ im Pfarrgarten von der ehemaligen Klosteranlage, die sich einst bis zum heutigen AWO Seniorenzentrum erstreckte.
Nach einem verheerenden Brand im 14. Jahrhundert wurde das Kloster durch Graf Günther II. wieder aufgebaut. Im Laufe der Zeit unterlag die Gemeinschaft strengeren Regeln, was durch Beschlüsse der Franziskanerprovinz Saxonia im Jahr 1507 dokumentiert ist. Mit der Reformation um 1540 verlor das Kloster seine ursprüngliche Bestimmung und wurde aufgelöst. Die Kirche diente fortan als Schloss- und Begräbniskirche der Barbyer Grafen, bis sie im Zuge der Neuzeit verschiedene Umbauten und Restaurierungen erfuhr. Besonders umfangreich waren die Maßnahmen der Jahre 1886 und 1937. In den 1990er Jahren wurde eine grundlegende Sanierung des Daches und Dachreiters notwendig, um das Gebäude dauerhaft zu erhalten.
Das Innere der Kirche beeindruckt durch eine kunstvolle Ausstattung, die verschiedene Epochen widerspiegelt. Zu den bemerkenswertesten Elementen gehören die farbig gestalteten Grabdenkmäler der Barbyer Grafen, darunter die älteste Grabplatte aus dem Jahr 1271. Der Altaraufsatz ehrt Graf Wolf I. und seine Familie mit einer detailreichen Bildfolge. Weitere Highlights sind eine lebensgroße steinerne Christusfigur aus dem 14. Jahrhundert, eine Mondsichelmadonna aus Lindenholz von etwa 1510 sowie vier Ölgemälde, die wichtige Pfarrer der Gemeinde über vier Jahrhunderte darstellen. Die Kanzel im neugotischen Stil stammt aus der Werkstatt des renommierten Holzbildhauers Gustav Kuntzsch. Auch der barocke Taufstein mit einer Schnitzfigur des Johannes des Täufers ist von historischem Wert. Hinter dem Altar befinden sich drei moderne Buntglasfenster mit Szenen aus dem Leben Jesu.
Die Orgel auf der Westempore wurde 1886 von Wilhelm Rühlmann erbaut und ist heute die größte mechanische Orgel der Region. Leider befindet sich das Instrument in einem schlechten Zustand und dringend sanierungsbedürftig. Dennoch bleibt sie ein wichtiges Zeugnis evangelischer Musikgeschichte. Die Kirche ist heute evangelisch und steht unter der Obhut des Evangelischen Kirchenkreises Egeln. Sie lädt nicht nur zu Gottesdiensten, sondern auch zu kulturellen Veranstaltungen ein und ist ein idealer Ausflugsort für Interessierte der regionalen Geschichte und sakralen Architektur. Ein kleiner Parkplatz direkt neben der Kirche sowie die Stempelstelle Nr. 9 des Salzländer Kulturstempels machen den Besuch besonders angenehm.