St. Johanniskirche Krummesse
Highlights
- Die St. Johanniskirche Krummesse (13.–14. Jh.) ist eine der wenigen zweischiffigen Kirchen Norddeutschlands, ursprünglich als dreischiffige Basilika geplant.
- Der vierkantige Westturm (um 1400) mit barocker Haube und spätgotische Ausstattung wie die Triumphkreuzgruppe (16. Jh.) prägen das Innere.
- 1933 wurden Wandmalereien aus der Erbauungszeit freigelegt; 2001 erhielt die Kanzel eine drehbare Skulptur nach Psalm 96.
Tipps
- Die St. Johanniskirche Krummesse zeigt mit ihrem zweischiffigen Grundriss eine seltene Bauweise in Norddeutschland, die ursprünglich als dreischiffige Basilika geplant war.
- Der vierkantige Westturm stammt aus dem 14. Jahrhundert, während seine barocke Haube später hinzugefügt wurde und heute das Kirchengebäude prägt.
Eigenschaften
St. Johanniskirche Krummesse: Sakrale Kultur in Krummesse-St. Jürgen
Die St. Johanniskirche Krummesse in Krummesse-St. Jürgen ist ein historisches Juwel norddeutscher Kirchenarchitektur und ein zentraler Ort der evangelischen Gemeinde. Erbaut im 13. Jahrhundert, ist sie eine der wenigen zweischiffigen Kirchen in der Region – ursprünglich als dreischiffige Basilika geplant, doch der Bauplan wurde während der Errichtungsphase vermutlich aus statischen Gründen geändert. Der prägende, vierkantige Westturm entstand erst im 15. Jahrhundert und erhielt später eine barocke Haube, die dem Ensemble seinen markanten Charakter verleiht.
Die Kirche ist eng mit der Geschichte des Ortes verbunden. Bereits im Mittelalter waren die Herren von Krummesse urkundlich belegt, deren Landbesitz bis in benachbarte Gebiete wie Stockelsdorf und Schattin reichte. Obwohl die politische Verwaltung Krummesses später zersplittert wurde, blieb die Kirchengemeinde über die Jahrhunderte ungeteilt – ein Beweis für die Kontinuität des kirchlichen Lebens. Die 1933 durchgeführte Renovierung förderte Wandmalereien aus der Erbauungszeit zutage, die teilweise ergänzt wurden und heute einen Einblick in die künstlerische Vergangenheit bieten.
Das Innere der Kirche beeindruckt durch wertvolle Ausstattungsstücke. Eine spätgotische Triumphkreuzgruppe aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts zeigt lebensgroße Figuren, während die Holzkanzel mit figürlichen Reliefs aus dem Ende des 16. Jahrhunderts und der hölzerne Altaraufsatz von 1717 handwerkliche Meisterleistungen der Zeit dokumentieren. Besonders sehenswert ist die drehbare Kanzelskulptur von 2001, geschaffen vom Bildhauer Axel Döhler, die Psalm 96 „Singet dem Herren ein neues Lied“ visualisiert und die moderne Gestaltung der Kirche unterstreicht.
Die Verbindung zur Region wurde 1965 durch eine Gebietsveränderung erweitert: Das Siedlungsgebiet Wulfseck (heute Strecknitzer Tannen) wurde an die Landeskirche Lübeck abgegeben, was 1970 zur Errichtung der Adventskapelle in Kronsforde führte. Diese moderne Ergänzung zeigt, wie sich die Kirchengemeinde an veränderte Bedürfnisse anpasste, ohne ihre historischen Wurzeln zu verlieren. Bis heute ist die St. Johanniskirche ein Ort der Begegnung, des Glaubens und der regionalen Identität – geschätzt von Besuchern und Bewohnern gleichermaßen.