Denkmal/Gedenkstätte

Mahnmal für die Opfer des KZ-Außenlagers Sasel

Kritenbarg 8, 22391 Hamburg

Highlights

  • Die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel erinnert an die Opfer der NS-Verbrechen, insbesondere an das KZ-Außenlager Sasel.
  • Über 2800 Frauen waren in Hamburger Frauenaußenlagern des KZ Neuengamme inhaftiert und mussten Zwangsarbeit leisten.
  • Die Ausstellung zeigt Biografien von Überlebenden und dokumentiert die Geschichte der Verfolgung im Nationalsozialismus.

Tipps

  • Besucher erfahren anhand von Biografien und Ausstellungsstücken mehr über die Zwangsarbeit und Lebensbedingungen der Frauen im KZ-Außenlager Sasel.
  • Die Gedenkstätte zeigt die Geschichte des Plattenhauses und der inhaftierten Frauen auf, ergänzt durch Schülerprojekte zur lokalen Erinnerungskultur.
  • Interessierte können Vorträge und Veranstaltungen zur Geschichte der Nationalsozialismusverbrechen und Gedenkstättenarbeit besuchen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Mahnmal für die Opfer des KZ-Außenlagers Sasel

Das Mahnmal für die Opfer des KZ-Außenlagers Sasel in Hamburg erinnert an eines der zahlreichen Frauenaußenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Es wurde eingerichtet, um der überwiegend weiblichen Bevölkerung zu gedenken, die unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten musste. Die Gedenkstätte befindet sich im Stadtteil Poppenbüttel im Kreis Wandsbek und wird von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte betreut. Sie dokumentiert nicht nur das Schicksal der inhaftierten Frauen, sondern auch die Zerstörung des jüdischen Lebens in Hamburg sowie die Verfolgung von Frauen während des Nationalsozialismus.

Das ehemalige Außenlager Sasel bestand vom späten Jahr 1944 bis kurz vor Kriegsende und war ursprünglich ein umfunktioniertes Kriegsgefangenenlager nahe der Mellingburger Schleuse. Etwa 500 Frauen – vor allem Jüdinnen aus dem Ghetto Litzmannstadt sowie politisch Verfolgte und Zwangsarbeiterinnen aus verschiedenen Ländern – wurden hier unter menschenunwürdigen Bedingungen gehalten. Sie mussten schwere Arbeiten bei der Trümmerbeseitigung und beim Bau von Behelfsunterkünften in verschiedenen Hamburger Stadtteilen leisten. Darunter befanden sich auch Plattenbauten in Poppenbüttel, an deren Entstehung die Gefangenen maßgeblich beteiligt waren – eine Ironie, da heute gerade dieses Plattenhaus als Ort des Gedenkens dient.

Mindestens 35 Häftlinge verloren ihr Leben im Lager, viele weitere starben auf den Todesmärschen oder während der Evakuierung. Im April 1945 wurden Teile der Insassen in das KZ Bergen-Belsen deportiert, andere konnten später durch britische Truppen befreit werden. Die Erinnerung an diese Ereignisse wird in der Gedenkstätte lebendig gehalten: In der Ausstellung finden sich Biografien einzelner Frauen, historische Fotos und Dokumente, die die persönlichen Schicksale sichtbar machen. Auch die Geschichte des Plattenhauses selbst wird erzählt – ein Gebäude, das von den Zwangsarbeiterinnen errichtet wurde und heute als Ort des Erinnerns dient.

Die Gedenkstätte nimmt eine zentrale Rolle im Netzwerk der Hamburger Erinnerungskultur ein. Sie lädt nicht nur zur Reflexion ein, sondern bietet auch Bildungsangebote und Veranstaltungen, die sich mit der Geschichte der NS-Verbrechen auseinandersetzen. Regelmäßig finden hier Vorträge, Gedenkveranstaltungen und Workshops statt, die den historischen Kontext vertiefen und aktuelle gesellschaftliche Debatten anregen. Die Stiftung setzt sich damit für eine lebendige Erinnerungskultur ein, die nicht nur die Vergangenheit würdigt, sondern auch für die Zukunft mahnt.

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