Gedenkstätte Bullenhuser Damm
Eigenschaften
Über Gedenkstätte Bullenhuser Damm
Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm in Hamburg erinnert an eines der grausamsten Verbrechen der Nationalsozialisten in der Endphase des Zweiten Weltkriegs. In der Nacht zum 21. April 1945 ermordete die SS hier zwanzig jüdische Kinder sowie mindestens 28 Erwachsene im Keller des ehemaligen Schulgebäudes. Die Kinder waren zuvor Opfer pseudomedizinischer Experimente im Konzentrationslager Neuengamme geworden, wo sie von dem SS-Arzt Kurt Heißmeyer missbraucht wurden, der Impfstoffe gegen Tuberkulose testen wollte. Die meisten der ermordeten Kinder stammten aus Polen, den Niederlanden, der Slowakei, Italien und Frankreich.
Das Gebäude selbst hatte während des Krieges als Außenlager des KZ Neuengamme gedient, in dem insgesamt mindestens 592 Häftlinge aus verschiedenen Ländern Zwangsarbeit leisteten. Es wurde von der Stadt Hamburg an die SS überlassen und diente unter anderem der Produktion von Steinplatten aus Trümmerschutt. Nach der Auflösung des Lagers im April 1945 wurde das Schulgebäude zunächst wieder für den Schulbetrieb genutzt, bevor 1980 eine Gedenkstätte eingerichtet wurde. Seit 1987 erfolgt keine schulische Nutzung mehr; heute beherbergt das Gebäude einen Kindergarten der Stiftung Kindergärten Finkenau.
Die Gedenkstätte wird von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte betrieben und bietet Besucher*innen eine Ausstellung sowie einen Rosengarten, der direkt über der Erdbedeckung des ehemaligen Kellergewölbes liegt, in dem die Morde stattfanden. Die Atmosphäre des Ortes wirkt tiefgreifend und nachdenklich – viele Besucher beschreiben ihn nicht als klassisches Museum, sondern als einen Ort, der Geschichte unmittelbar erfahrbar macht. Die Ausstellung informiert über das Schicksal der Kinder, die medizinischen Experimente und die historischen Hintergründe des Verbrechens.
Die Gedenkstätte ist Teil eines breiteren Erinnerungsortes, der auch das ehemalige KZ Neuengamme und dessen Außenlager miteinbezieht. Sie steht für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Hamburg und bietet Raum für Bildungsarbeit, persönliche Auseinandersetzung und kollektives Gedenken. Zahlreiche Initiativen und ehrenamtliche Mitarbeiter tragen dazu bei, dass die Erinnerung an die Opfer lebendig bleibt. Die Stille, die hier herrscht, ist ein Zeugnis der Würde der Opfer und der Verantwortung der Nachwelt.