Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen ist mit 1060 ha das größte in Hamburg.
- Es liegt im Südosten der Stadt in den Stadtteilen Kirchwerder und Neuengamme.
- Das Gebiet beherbergt seltene Tierarten wie Steinbeißer, Bitterling und Zierliche Tellerschnecke.
Tipps
- Der gut ausgebaute Rundweg eignet sich ideal für Wanderungen und Radtouren mit Blick auf die offene Kulturlandschaft.
- Auf dem Marschbahndamm verläuft ein schöner Radweg durch das Naturschutzgebiet, der Hamburg mit Neuengamme verbindet.
- Durch das engmaschige Gräbenetz und die feuchten Wiesen lassen sich seltene Pflanzen und Tiere bei ruhiger Beobachtung entdecken.
Eigenschaften
Über Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen
Das Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen ist mit einer Fläche von 1060 Hektar das größte Naturschutzgebiet in Hamburg. Es liegt im Südosten der Hansestadt, genauer in den Stadtteilen Kirchwerder und Neuengamme innerhalb der Vierlande. Dieses beeindruckende Schutzgebiet erstreckt sich hauptsächlich zwischen Gose Elbe und Stromelbe sowie in einem kleineren nördlichen Abschnitt zwischen Gose Elbe und Dove Elbe. Es zählt zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Deutschlands und ist ein wichtiger Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten.
Die Landschaft der Kirchwerder Wiesen präsentiert sich als weitläufige, offene Kulturlandschaft, geprägt von extensiv genutztem, feuchtem bis nassem Marschgrünland. Ein dichtes Netz aus artenreichen Gräben durchzieht das Gelände und trägt maßgeblich zur hohen ökologischen Wertigkeit bei. Hier finden nicht nur seltene Wiesen-, Sumpf- und Wasserpflanzen ideale Lebensbedingungen, sondern auch gefährdete Tierarten wie bodenbrütende Vögel, Amphibien, Libellen und verschiedene Fischarten einen geschützten Lebensraum. Die Pflege und der Schutz des Gebiets erfolgen durch den Naturschutzbund Deutschland.
Das Naturschutzgebiet wurde aufgrund seiner herausragenden ökologischen Bedeutung bereits Mitte der 1980er Jahre erkannt. Die offizielle Ausweisung führte allerdings zu kontroversen Diskussionen mit betroffenen Landwirten, Jägern und Anglern. Um den Schutz der Flächen sicherzustellen, wurde 1992 eine vorläufige Schutzverordnung erlassen, die 1993 in eine dauerhafte Naturschutzgebietsverordnung überging. Diese wurde später auch vor dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht bestätigt. Seit 1999 ist das Gebiet zudem als FFH-Gebiet (Natura 2000) ausgewiesen und damit Teil des europäischen Schutzgebietssystems.
Zum Schutzgebiet zählen unter anderem Lebensraumtypen wie natürliche eutrophe Seen, Flusslandschaften, feuchte Hochstaudenfluren sowie magere Flachland-Mähwiesen. Für den Erhalt besonders bedrohter Arten wie Steinbeißer, Schlammpeitzger, Bitterling, Rapfen und die Zierliche Tellerschnecke wurden gezielte Schutzmaßnahmen definiert. Im Jahr 2025 wurde das Gebiet um rund 203 Hektar erweitert. Diese Erweiterung im nördlichen Teil in Neuengamme schützt unter anderem die landschaftlich und kulturhistorisch wertvolle Gose-Elbe mit ihren naturnahen Gewässerabschnitten und alten Deichstrukturen. Auch das zweitgrößte Vorkommen der seltenen Schachbrettblume in Hamburg befindet sich hier.
Das Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen lädt zu ruhigen Wanderungen und Radtouren ein. Besonders beliebt ist der gut ausgebaute Rundweg sowie der Marschbahndamm, ein idealer Radweg, der mitten durch das Schutzgebiet führt. Besucher können hier die Weite der Landschaft genießen, seltene Tiere beobachten und die Stille der Natur in vollen Zügen erleben. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,6 von 5 Sternen wird das Gebiet von Besuchern als besonders schön und naturbelassen beschrieben – ein echter Geheimtipp für Naturliebhaber in Hamburg.