Sophie Marie Fiering
Highlights
- Sophie Marie Fiering wurde 1897 geboren und war kommunistische Widerstandskämpferin in Hamburg.
- Sie gehörte der Widerstandsgruppe „Bästlein-Jacob-Abshagen“ an und half ausländischen Zwangsarbeitern.
- 1945 wurde sie in Neuengamme ohne Prozess hingerichtet, zusammen mit ihrem Ehemann Ernst Fiering.
Tipps
- Die Kirche liegt zentral im Stadtteil St. Georg, fußläufig zur Langen Reihe und nah am Hauptbahnhof Hamburg.
- Gottesdienste und Veranstaltungen finden regelmäßig statt, aktuelle Termine sind auf der Website der Gemeinde einsehbar.
- Das historische Umfeld und die Ausstellung "This is me!" bieten Einblicke in queer-religiöse Themen.
Eigenschaften
Über Sophie Marie Fiering
Die evangelische Kirche „Sophie Marie Fiering“ in Hamburg steht als Sakralbau und Gedenkort für einen besonderen Teil der Stadtgeschichte. Sie befindet sich im Stadtteil St. Georg, unweit des Hamburger Hauptbahnhofs und der Langen Reihe. Die Kirche wurde 1957 als Ersatz für eine im Zweiten Weltkrieg zerstörte Barockkirche errichtet. Ihr Name ehrt die Hamburger Widerstandskämpferin Sophie Marie Fiering, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Ernst Fiering aktiv gegen den Nationalsozialismus stellte und 1945 im Konzentrationslager Neuengamme ermordet wurde.
Marie Fiering wuchs in einem Arbeiterhaushalt auf und trat früh der Kommunistischen Partei Deutschlands bei. Zusammen mit ihrem Ehemann engagierte sie sich in der illegalen Widerstandsgruppe „Bästlein-Jacob-Abshagen“, die unter anderem ausländischen Zwangsarbeitern half und Informationen über die NS-Kriegsverbrechen sammelte. Trotz größter Gefahr setzte sie ihre Aktivitäten fort. Ende 1944 wurde sie von der Gestapo verhaftet und später ohne Prozess im KZ Neuengamme hingerichtet. Ihre mutige Haltung und ihr Opfer wurden später in die Hamburger Erinnerungskultur integriert.
Die Kirche selbst steht somit nicht nur für den christlichen Glauben, sondern auch für die Auseinandersetzung mit Geschichte und Widerstand. Sie dient als Ort der Erinnerung und des Gedenkens, aber auch als aktiver Kirchenraum mit regelmäßigen Gottesdiensten und kulturellen Veranstaltungen. Die Gemeinde engagiert sich in sozialen und gesellschaftlichen Fragestellungen und setzt damit den Geist des Widerstands und der Solidarität fort, für den Marie Fiering einstand.
Die Kirche verbindet somit Sakralität mit Geschichtsbewusstsein und lädt sowohl Gläubige als auch Interessierte ein, sich mit dem Leben und Wirken von Marie Fiering auseinanderzusetzen. Der direkte räumliche Bezug zu historischen Orten wie dem ehemaligen Gestapogefängnis Fuhlsbüttel und die Nähe zum St. Georgs Kirchhof unterstreichen ihre Bedeutung als Ort des Erinnerns. Insgesamt bietet die Kirche damit einen Raum, der sowohl spirituelle als auch historische Impulse vermittelt.