Fangelturm
Highlights
- Der Fangelturm in Barth ist ein runder Backsteinturm aus dem 16. Jahrhundert mit 12 Metern Höhe und 7,5 Metern Durchmesser.
- Ursprünglich als Verteidigungsanlage genutzt, diente der Turm später auch als städtisches Gefängnis mit Verlies und Folterkammer.
- Heute beherbergt der Turm eine Schulsternwarte und ist bei Restaurierung mit Ausstellung und besonderen Führungen zugänglich.
Tipps
- Der Fangelturm in Barth ist ein historischer Backsteinturm aus dem 16. Jahrhundert und Teil der ehemaligen Stadtbefestigung.
- Der Turm beherbergte ein Verlies und diente als städtisches Gefängnis, heute sind die Zellen noch sichtbar.
- Der Turm kann zu besonderen Anlässen bestiegen werden, bietet eine Aussichtsplattform mit Blick über die Stadt.
Eigenschaften
Über Fangelturm
Der Fangelturm in Barth ist ein markantes Wahrzeichen der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern im Landkreis Vorpommern-Rügen. Der runde Backsteinturm wurde im 16. Jahrhundert als Teil der historischen Stadtbefestigung errichtet und dient heute als Museum. Mit einer Höhe von 12 Metern, einem Durchmesser von 7,5 Metern und einer Wandstärke von durchschnittlich 2 bis 2,3 Metern ist er ein eindrucksvolles Bauwerk der Spätgotik. Sein ursprünglicher Zweck war die Verteidigung und Beobachtung – erkennbar an den noch vorhandenen Schießscharten und dem ehemaligen Zinnenkranz.
Der Name „Fangelturm“ lässt sich auf verschiedene Weisen deuten: Einerseits könnte er als „Turm in der Einfriedung“ also innerhalb der Stadtmauer verstanden werden, andererseits weist die sprachliche Herkunft auch auf eine Funktion als „Gefängnisturm“ hin. Tatsächlich wurde der Turm bis ins 18. Jahrhundert als städtisches Verlies genutzt. Ein mehr als fünf Meter tiefes Kellergewölbe, das über eine Bodenöffnung vom ersten Stock aus zugänglich war, diente damals der Unterbringung von Gefangenen. Später wurde das Verlies zugemauert und stattdessen zwei Zellen eingerichtet, deren stark gesicherte Türen noch heute zu sehen sind. Der Turm war eng mit der benachbarten Frohnerei, dem ehemaligen Scharfrichterhaus, verknüpft und Ort von Hexenverhören und Folterungen.
Nach mehreren Restaurierungen in den Jahren um 1996/98 sowie 2007 wurde der Turm nicht nur optisch aufgewertet, sondern auch für Besucher zugänglich gemacht. In den unteren Etagen befindet sich eine kleine Ausstellung, die Einblicke in die Geschichte des Turms sowie in das Gefängniswesen der Stadt gibt. Besondere Anlässe und Stadtführungen bieten zudem die Gelegenheit, den Turm zu besteigen. Über eine enge und steile Steintreppe gelangt man auf die Dachplattform, von der aus sich ein beeindruckender Blick über die Dächer von Barth und das angrenzende Land erstreckt. Seit 1965 beherbergt das Dach zudem eine Schulsternwarte, die den Turm um eine weitere Funktion im Bereich Bildung und Wissenschaft erweitert.
Heute steht der Fangelturm als Zeugnis der Stadtgeschichte und mittelalterlichen Baukunst im Fokus kulturhistorischer Bildung. Besucher erfahren hier nicht nur etwas über die Verteidigungsarchitektur des 16. Jahrhunderts, sondern auch über die düsteren Kapitel der Stadtgeschichte. Die Öffnung des ehemaligen Verlieses im Zuge der Restauration ermöglicht einen direkten Zugang zur Vergangenheit. Der Turm ist ein beliebtes Ausflugsziel für Interessierte der Regionalgeschichte und ein fester Bestandteil vieler Stadtrundgänge.