Museum kunst + wissen
Highlights
- Im 16. Jahrhundert erbautes Museum mit markantem Treppenturm zeigt Kunst, regionale Geschichte und Relikte der historischen Rotfärberei.
- Dauerausstellung verbindet Werke von Carl Roesch (1884–1979) mit zeitgenössischer Kunst und ortsgeschichtlichen Schenkungen wie 150 Grafiken aus dem 16.–20. Jh.
- Sonderausstellungen wie «That Which Still Remains» (2027) verknüpfen Roeschs Werke mit moderner Kunst und industriellem Erbe des 19. Jahrhunderts.
Tipps
- Der markante Treppenturm des 16. Jahrhunderts im Museumsgebäude bietet einen architektonischen Einblick in die historische Entwicklung der Region.
- Die Dauerausstellung zeigt originale Relikte der Rotfärberei und Stoffdruckerei aus dem 19. Jahrhundert sowie deren Bedeutung für die lokale Industrialisierung.
- Im Kabinett «Bezugspunkt Diessenhofen» werden zeitgenössische Werke mit Bezug zur Stadt ausgestellt, darunter Fotografien des lokalen Künstlers Valentin Magaro.
Eigenschaften
Kultur & Wissen erleben: Museum Diessenhofen
Das Museum kunst + wissen in Diessenhofen vereint historische Tiefe mit zeitgenössischer Kunst und bietet einen faszinierenden Einblick in die Kultur und Industriegeschichte der Region. Das prägende Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, erkennbar an seinem markanten Treppenturm, beherbergt heute Ausstellungen, die lokale Bezüge mit überregionalen Kunststrategien verbinden. Besonders hervorgehoben wird der Werkkomplex des Diessenhofer Künstlers Carl Roesch (1884–1979), dessen Werke seit der Eröffnung des Museums 1961 im Dialog mit zeitgenössischer Kunst präsentiert werden. Aktuell zeigt eine Kabinettausstellung die kunsthandwerklichen Arbeiten seiner Ehefrau, Margrit Roesch-Tanner, und beleuchtet so die künstlerische Dynamik des Paares.
Ein zentraler Schwerpunkt des Museums liegt auf der ehemaligen Rotfärberei und Stoffdruckerei, die im 19. Jahrhundert im heutigen Gebäude als hochqualifiziertes Gewerbe betrieben wurde. Die unterste Etage widmet sich diesem industriellen Erbe mit historischen Exponaten, die durch zeitgenössische Installationen wie «Anziehend!» ergänzt werden. Ergänzt wird diese Sammlung durch private Schenkungen, darunter die umfangreiche Sammlung des Diessenhofer Sammlers Dieter Fey, die rund 150 grafische Werke und lokale Kulturobjekte aus fünf Jahrhunderten umfasst. Diese Schenkungen bereichern das Museum um historische Ansichten und Kunstwerke mit Bezug zu Diessenhofen, etwa Zeichnungen des Künstlers Valentin Magaro oder Werke des Kunstvereins Diessenhofen, der 2021 aufgelöst wurde und sein Vermögen für Ankäufe an das Museum stiftete.
Für Besucher:innen bietet das Museum kunst + wissen vielfältige Zugänge zur Kunst und Geschichte. Private Führungen für Gruppen sind in Deutsch, Französisch und Italienisch möglich und ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Ausstellungen. Besonders attraktiv ist das pädagogische Angebot für Schulklassen, das praktische Erfahrungen mit Holzmodellen zur historischen Rotfärberei vermittelt. Zudem wird 2026 eine öffentliche Stadtführung zu Carl Roeschs Spuren geplant, die die Verbindung von Kunst und Ortsgeschichte lebendig werden lässt. Die Kabinettausstellung «Bezugspunkt Diessenhofen» zeigt zudem aktuelle Werke des Fotografen Martin Guido Becker, der sich auf historische Fototechniken spezialisiert hat.
Das Museum verbindet so historische Schichten mit moderner Kunst und lädt ein, die Entwicklung Diessenhofens – von der mittelalterlichen Kleinstadt am Hochrhein bis zur industriellen Blütezeit – durch verschiedene Medien zu erkunden. Die Ausstellungen spiegeln nicht nur die lokale Geschichte wider, sondern setzen sie auch in Beziehung zu überregionalen Themen, etwa durch die geplante Sonderausstellung 2027 mit Werken der Künstlerin Michelle Maddox. Damit wird Diessenhofen zu einem Ort, an dem Tradition und Innovation im Dialog stehen – ein einzigartiges Erlebnis für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte.