Murus Gallicus - Der Keltenwall
Highlights
- Der Murus Gallicus in Basel ist ein römischer Erdwall aus Holz, Erde und Stein – ein selten erhaltenes keltisch-römisches Verteidigungsbauwerk.
- Archäologische Grabungen 1979 deckten unter dem heutigen Pausenhof den Wall auf, der einst Teil einer strategischen Befestigung war.
- 2020 gewann ein Basler Architekturbüro den Wettbewerb für eine barrierefreie Neugestaltung der Informationsstelle zur Stätte.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der archäologischen Stätte für alle Interessierten.
- Die moderne Informationsstelle verbindet historische Funde mit anschaulicher Präsentation und bietet Einblicke in die Bauweise des Murus Gallicus.
- Die archäologische Untersuchung des Untergrunds liefert aktuelle Erkenntnisse zur Nutzung und Konstruktion des keltischen Walls.
Eigenschaften
Keltenwall Murus Gallicus in Basel – Kulturdenkmal erkunden
Der Murus Gallicus – Der Keltenwall in Basel ist ein faszinierendes archäologisches Denkmal, das Zeugnis einer bedeutenden keltischen Befestigungsanlage aus der Eisenzeit ablegt. Der Name „Murus Gallicus“ (lateinisch für „gallischer Wall“) verweist auf die strategische Erd- und Holzkonstruktion, die einst die Region um den heutigen Münsterhügel sicherte. Die Anlage entstand vermutlich im 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus und gehörte zu einem Netzwerk von Befestigungen, die das Gebiet zwischen dem Jura und dem Oberrhein kontrollierten. Besonders auffällig war die Kombination aus einem mächtigen Erdwall, gestützt durch Holzpalisaden und Steinfundamente – eine Bauweise, die typisch für keltische Militärarchitektur dieser Epoche ist.
Die Entdeckung des Walls erfolgte zufällig während Bauarbeiten im 20. Jahrhundert, doch erst systematische Grabungen in den 1970er-Jahren brachten die Dimensionen der Anlage ans Licht. Heute ist der Murus Gallicus Teil eines größeren archäologischen Ensembles, das unter dem Pausenhof des Basler Münsterhügels verborgen liegt. Die Ausgrabungen offenbarten nicht nur die Befestigungsstruktur selbst, sondern auch Spuren von Siedlungen und Handwerksbetrieben, die mit der Wallanlage verbunden waren. Besonders beeindruckend sind die gefundenen Holzpflöcke und Nägel, die sich dank moderner Röntgentechnik sogar in nicht restauriertem Zustand nachweisen lassen – ein direkter Blick in die Technik der damaligen Baukunst.
Die Präsentation des Denkmals hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt: Im Jahr 2020 gewann ein Basler Architekturbüro den Wettbewerb für die barrierefreie Neugestaltung der Archäologischen Informationsstelle. Das neue Konzept verbindet historische Authentizität mit moderner Aufbereitung und ermöglicht es Besuchern, die Ausgrabungsstätte interaktiv zu erleben. Der Zugang ist dabei so gestaltet, dass er sich harmonisch in die historische Umgebung des Münsterhügels einfügt – ein Ort, der nicht nur die keltische Vergangenheit, sondern auch die Verbindung von Archäologie und urbaner Architektur zeigt.
Für alle, die sich für die frühe Geschichte der Region interessieren, bieten sich regelmäßig Führungen an, die Einblicke in die Methoden der Archäologie und die Bedeutung des Murus Gallicus geben. Die Anlage steht dabei nicht isoliert, sondern im Kontext weiterer bedeutender Stätten im Umland, etwa der keltischen Siedlungen am Birsig oder den römischen Spuren entlang des Rheinfalls. Der Keltenwall in Basel ist somit nicht nur ein lokaler Fund, sondern ein Stück europäischer Vor- und Frühgeschichte – direkt unter den Füßen der Stadtbewohner verborgen und doch von großer Bedeutung.