Theater Fauteuil, Tabourettli und Kaisersaal
Highlights
- 1957 gründete Roland Rasser mit *Theater Fauteuil* die Schweizer Kleinkunstszene – heute mit Tabourettli (1972) und Kaisersaal im selben Haus.
- Calatravas Stahlkonstruktion stützt seit 2002 den Kaisersaal und verbindet historisches Gebäude mit moderner Bühnenarchitektur.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang über den rollstuhlgerechten Eingang ermöglicht einen ungehinderten Zutritt zum Theater Fauteuil.
- Parkplätze in der Nähe des Gebäudes sind speziell für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen reserviert und markiert.
- Die historische Architektur des Tabourettli wird durch eine moderne Stahlkonstruktion von Santiago Calatrava ergänzt, die die Tragfähigkeit des Altbaus sichert.
Eigenschaften
Theater Basel: Fauteuil, Tabourettli & Kaisersaal
Das Theater Fauteuil, Tabourettli und Kaisersaal in Basel zählt zu den prägendsten Orten der Schweizer Kleinkunstszene und vereint drei historische Bühnen unter einem Dach. Die Geschichte begann 1957 mit der Eröffnung des Fauteuil durch Roland Rasser, der damit nicht nur ein Theater gründete, sondern eine neue Ära der Kleinkunst einleitete. Die legendäre Bestuhlung mit den charakteristischen Sitzgelegenheiten prägte über Jahrzehnte das Bild der Bühne – bis sie 2002 durch eine moderne Theaterbestuhlung ersetzt wurde. Doch der Geist des Ursprungs bleibt spürbar, besonders in der lebendigen Atmosphäre, die bis heute die Vorstellungen bestimmt.
Nur wenige Jahre später, 1972, entstand im selben Gebäude das Tabourettli als zweite Kleinkunstbühne. Beide Bühnen teilen sich den Charme eines jahrhundertealten Gebäudes, das durch architektonische Meisterleistungen wie den stählernen Tragbock des Architekten Calatrava – inspiriert von seinem berühmten «Ei» – eine moderne Ergänzung erhielt. Diese Verbindung von Tradition und Innovation macht den Ort einzigartig. Das Tabourettli entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Basler Kulturszene und bietet ein breites Spektrum an Kabarett, Comedy und literarischen Lesungen.
Ein besonderer Höhepunkt ist der Kaisersaal, der als dritte Bühne im Haus fungiert und seit 2002 mit dem Stück Caveman von Siegmund Tischendorf eine der erfolgreichsten Produktionen der Schweiz beherbergt. Über 250 ausverkaufte Vorstellungen belegen den bleibenden Erfolg dieses Stücks, das bis heute regelmäßig auf der Bühne zu sehen ist. Der Kaisersaal steht zudem für die experimentelle Seite des Theaters und bietet Raum für innovative Projekte, von Theater bis hin zu Musik und Performance-Kunst.
Ein prägender Moment war die Rückkehr der Familie Rasser an die Bühne: 2023 feierte das Stück Perfäggte Gheimnis seine Premiere – ein Hommage an die Theatertradition, die hier seit Generationen weitergegeben wird. Besonders berührend ist die Rolle der Spalenberg-Ladys, in der Rolands Mutter Adele von allen Nebenrollen die Hauptrolle übernahm und damit die Verbindung von Familie und Kunst auf eindrucksvolle Weise zeigte. Das Theater steht damit nicht nur für künstlerische Vielfalt, sondern auch für die lebendige Geschichte einer Theaterdynastie.
Mit rollstuhlgerechtem Zugang und Parkplatz ist das Theater Fauteuil, Tabourettli und Kaisersaal zudem ein inklusiver Ort, der alle Besucher willkommen heißt. Ob als Stammgast oder Neugieriger – wer hier eintritt, taucht in eine Welt ein, in der Tradition und Moderne, Kleinkunst und Großes Theater aufeinandertreffen. Ein Besuch lohnt sich für alle, die die lebendige Theaterkultur Basels hautnah erleben möchten.