Kirche/Kloster

St.-Marien-Kirche Sandesneben - Ev.-Luth. Kirchengemeinde Sandesneben

Altes Dorf 4, 23898 Sandesneben

Highlights

  • Die St.-Marien-Kirche Sandesneben ist die einzige mittelalterliche Kirchengemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg mit nachweisbarem Gründungsjahr 1278.
  • Nach Blitzschlag 1877 erhielt die gotische Backsteinkirche 1906/07 einen 48 m hohen neugotischen Turm – heute unter Denkmalschutz als kulturhistorisches Ensemble.

Tipps

  • Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht den barrierefreien Zugang zum Kirchberg und zur Kirche.
  • Die Kirche erhebt sich auf einem 68,70 Meter hohen Hügel, was sie von allen Himmelsrichtungen aus sichtbar macht.
  • Der historische Friedhof mit alten Grabsteinen und Ehrenmalen bietet einen Ort der Erinnerung und des Gedenkens.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

St.-Marien-Kirche Sandesneben: Sakrale Kultur im Herzen von Sandesneben

Die St.-Marien-Kirche Sandesneben ist ein prägendes Wahrzeichen des gleichnamigen Ortes im Herzogtum Lauenburg und ein einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Kirchenarchitektur in der Region. Gegründet im Jahr 1278, gehört Sandesneben zu den wenigen Kirchspielen im Kreis, die ein genau datiertes Gründungsjahr vorweisen können. Ursprünglich auf einem Hügel neben dem Dorf errichtet, thront die Kirche auf einem 68,70 Meter hohen Kirchberg – eine seltene topografische Besonderheit im Kreisgebiet. Schon im Mittelalter war das Gotteshaus von allen Seiten sichtbar, umrahmt von einem Kranz alter Linden, die bis heute das Ensemble charakterisieren.

Der gotische Backsteinbau mit seinem eingezogenen Kastenchor ruht auf einem Feldsteinsockel und war ursprünglich mit einem hölzernen Glockenturm ausgestattet. Nach einem verheerenden Blitzschlag 1877 brannte dieser ab, und erst 1906/1907 entstand an der nordöstlichen Ecke des Langhauses ein neugotischer Turm im Stil der Zeit. Mit seinen 48 Metern Höhe dominiert er seitdem das Ortsbild und unterstreicht die weithin sichtbare Position der Kirche als Landmarke. Die Innenausstattung umfasst historische Schätze wie einen Taufsteinfuß aus dem frühen 15. Jahrhundert – jünger als lange angenommen – sowie einen Engelskopf von 1598, der vom abgebrochenen Grabdenkmal der Lauenburger Maria-Magdalenen-Kirche stammt.

Der Kirchberg ist nicht nur ein Sakralbau, sondern ein geschütztes Ensemble aus Kirche, Friedhof, Böschungsmauer und Lindenkranz. Seit dem Mittelalter diente der ummauerte Bereich als Begräbnisplatz, bis 1868 ein neuer Friedhof an der Hauptstraße angelegt wurde. Die alten Grabsteine und Ehrenmale für die Gefallenen der Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts zeugen bis heute von der historischen Kontinuität des Ortes. Die Feldsteinmauer, erstmals 1744 urkundlich erwähnt, unterstreicht die städtebauliche Einheit von Kirche und Friedhof – ein selten erhaltenes Beispiel mittelalterlicher Friedhofsarchitektur im Herzogtum Lauenburg.

Als ortsbildprägende Einheit verkörpert der Kirchberg die jahrhundertelange Identität Sandesnebens. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz und gilt als kunsthistorisch, kulturhistorisch und städtebaulich bedeutend. Seine einzigartige Lage auf dem Hügel macht die St.-Marien-Kirche zu einem sichtbaren Symbol des Dorfes und einer der markantesten Kirchen im Kreis – ein Ort, der sowohl Gläubige als auch Besucher bis heute fasziniert.

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