Denkmal/Gedenkstätte

Barockes Portal Fleischmarkt 2

Fleischmarkt 2, 02694 Bautzen

Highlights

  • Das barocke Portal am Fleischmarkt 2 gehört zum Ständehaus von 1667/68, dem historischen Sitz der Oberlausitzer Stände.
  • Das Gebäude diente bis 1910 als Landständische Bank, dem größten Geldinstitut der Oberlausitz, bevor es kulturelle Nutzung fand.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt ins Gebäude.
  • Die klassizistischen Wandbemalungen im historischen Saal dokumentieren die Nutzung als Verhandlungsort des Schwurgerichts im 19. Jahrhundert.
  • Das Museum präsentiert seit 1974 kontinuierlich sorbische Kulturgeschichte unter dem Namen ‚Serbski muzej‘ und zeigt deren historische Kontinuität.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Barockes Portal Fleischmarkt 2 – Kulturdenkmal Bautzen

Das barocke Portal an der Adresse Fleischmarkt 2 in Bautzen ist ein prächtiges Zeugnis der historischen Architektur der Stadt und ein zentraler Bestandteil des Stadtmuseums Bautzen. Das Gebäude, das ursprünglich als Sitz des Schwurgerichts diente, beeindruckt durch seine klassizistischen Wandbemalungen und den barocken Stil, der typisch für die Bautzener Bausubstanz des 19. Jahrhunderts ist. Besonders auffällig ist die harmonische Verbindung von historischer Substanz und moderner Museumsnutzung, die seit der Sanierung ab 1992 verwirklicht wurde.

Die Geschichte des Portals ist eng mit der Entwicklung des Stadtmuseums verknüpft, das bereits 1869 als „Alterthumsmuseum“ eröffnet wurde. Nach der politischen Wende 1989/90 erfolgte eine umfassende Restaurierung, die das Gebäude bis 2003 prägte und es schließlich als modernen Kulturort zugänglich machte. Seit 1974 beherbergt es das Museum für sorbische Geschichte und Kultur, das unter dem historischen Namen „Serbski muzej“ bekannt ist und die kulturelle Identität der sorbischen Gemeinschaft in der Region bewahrt.

Das Portal selbst ist ein architektonisches Juwel, das sich durch seine filigrane Gestaltung und die sorgfältige Verarbeitung der Materialien auszeichnet. Es spiegelt den Wandel der Bautzener Geschichte wider – von der Nutzung als Gerichtsgebäude über politische Versammlungsorte bis hin zur heutigen Funktion als kulturelles Zentrum. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung von Barock und Klassizismus, die den Ort zu einem einzigartigen Beispiel für die Baukunst der Oberlausitz macht.

Die Umgebung des Fleischmarkts war über die Jahrhunderte ein Ort der Begegnung und des gesellschaftlichen Lebens. Schon zu Zeiten, als die Spree noch als Badegewässer genutzt wurde, gab es hier Gastronomie und Freizeitangebote. Später wurde der Bereich zu einem Schauplatz politischer Versammlungen, etwa durch den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein oder die Sozialistische Arbeiterpartei. Diese historische Bedeutung unterstreicht die Rolle des Portals als Teil eines lebendigen Stadtgefüges, das bis heute von seiner Vergangenheit erzählt.

Das barocke Portal Fleischmarkt 2 ist somit nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Symbol für die kulturelle Vielfalt und den historischen Reichtum Bautzens. Es lädt Besucher ein, die sorbische Geschichte und die Entwicklung der Stadt zu erkunden – von den mittelalterlichen Anfängen bis hin zur modernen Museumsnutzung. Ein Besuch lohnt sich besonders für alle, die sich für die einzigartige Verbindung von Baukunst, Geschichte und lebendiger Kultur interessieren.

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