Schloss Oberhausen
Highlights
- Schloss Oberhausen in Bayerisch Gmain ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk aus dem Mittelalter.
- Rochus von Freymann ließ 1560 die heute erhaltene Schlossanlage mit repräsentativen Gebäuden errichten.
- Das Schloss umfasst heute 13 Wohneinheiten und brannte 1975 im Nordflügel komplett aus.
Tipps
- Schloss Oberhausen ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk in der Schlossgasse von Bayerisch Gmain und steht unter der Nummer D-1-72-115-8 in der Bayerischen Denkmalliste.
Eigenschaften
Über Schloss Oberhausen
Das Schloss Oberhausen liegt in der Gemeinde Bayerisch Gmain im südlichen Bayern und zählt zu den geschichtsträchtigen Kulturdenkmälern der Region. Es steht unter Denkmalschutz und ist in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Die Anlage befindet sich in der Schlossgasse, die nördlich von der Lattenbergstraße abzweigt. Die heute erhaltene Baustruktur entstand im Zuge umfangreicher Umbauten im 16. Jahrhundert und zeigt eine hufeisenförmige Anordnung der Gebäude mit Schopfwalmdächern und mehreren Geschossen.
Die Geschichte des Schlosses reicht weit zurück. Bereits im Mittelalter bestand an dieser Stelle ein adeliger Sitz, der damals als Gut oder Hof bezeichnet wurde. Nach dem Aussterben der Grafen von Plain gelangte der Besitz unter anderem an das Erzstift Salzburg. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrfach den Eigentümer, darunter Pfleger, Patrizierfamilien sowie Salzmaier aus Reichenhall. Eine entscheidende Bauphase erfolgte im 16. Jahrhundert unter Rochus von Freymann, der das bestehende Gebäudekomplex neu errichten ließ. Dazu zählten repräsentative Räume, ein Weinkeller, Stallungen sowie eine Ringmauer. Auch eine Wasserleitung aus dem nahegelegenen Lattengebirge wurde angelegt.
Im 17. Jahrhundert wurde das Anwesen weiter umgebaut, wobei unter anderem Ecktürme, Steingewände und eine Sonnenuhr hinzugefügt wurden. Nach weiteren Besitzerwechseln wurde das Schloss im frühen 19. Jahrhundert in mehrere Wohn- und Wirtschaftseinheiten aufgeteilt. Ein Teil der Ringmauer wurde abgetragen, und das Gebäudeensemble verlor zunehmend seinen ursprünglichen Charakter als adeliger Sitz. 1975 brannte der Dachstuhl des Nordflügels vollständig aus, was weitere Veränderungen nach sich zog. Heute beherbergt das Schloss 13 Wohneinheiten und zeugt durch seine Architektur und Substanz von seiner langen und vielschichtigen Geschichte.
Das Schloss Oberhausen ist ein markantes Beispiel für die Entwicklung adeliger Wohnkultur in Oberbayern. Die erhaltenen Bauteile und die räumliche Anordnung der Gebäude spiegeln den Wandel vom mittelalterlichen Rittersitz hin zu einem Wohn- und Wirtschaftsgebäude wider. Die architektonischen Details sowie die historische Einbindung in die Gmainer Ortschaft machen das Schloss zu einem bemerkenswerten Zeugnis regionaler Baukunst.