Klimawald Bayreuth 1.0
Highlights
- Klimawald Bayreuth 1.0 ist ein Forschungsprojekt zur Klimaanpassung von Baumarten.
- Mit Dendrometern und Wetterstationen wird das Wachstum junger Bäume unter Klimastress untersucht.
- Der Wald entstand aus der Idee von Studierenden und wächst seit 2019 auf sieben Flächen.
Tipps
- Die Umweltbildungsangebote ermöglichen es, ökologische Zusammenhänge direkt vor Ort zu erleben und zu verstehen – ideal für Schulklassen oder Familien.
- Bei Wanderungen durch den Klimawald können verschiedene Baumarten und deren Anpassungsfähigkeit an Klimaveränderungen beobachtet werden.
Eigenschaften
Über Klimawald Bayreuth 1.0
Der Klimawald Bayreuth 1.0 in Gesees ist ein Modellprojekt zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und liegt im Landkreis Bayreuth in Bayern. Ursprünglich aus der Initiative dreier Studierender entstanden, hat sich das Vorhaben zu einem Gemeinschaftsprojekt mit Beteiligung der Stadt Bayreuth, der Universität Bayreuth und zahlreicher Freiwilliger entwickelt. Ziel ist es, widerstandsfähige Mischwälder zu etablieren, die den veränderten klimatischen Bedingungen standhalten. Auf einer Fläche von rund 4,5 Hektar wurden bereits tausende Bäume verschiedener Baumarten angepflanzt, um Monokulturen zu vermeiden und Biodiversität zu fördern.
In Gesees wird Forschung direkt vor Ort betrieben: Mithilfe von Dendrometern und einer Wetterstation mit Bodenfeuchtesensoren werden Wachstumsprozesse und Reaktionen der Bäume auf klimatische Extremereignisse wie Trockenheit oder Frost dokumentiert. Die gewonnenen Daten dienen nicht nur der Wissenschaft, sondern fließen auch in Abschlussarbeiten der Universität Bayreuth ein. Diese praxisnahe Forschung ermöglicht es, den Einfluss des Klimawandels auf verschiedene Baumarten detailliert zu verstehen und zukünftige Waldbewirtschaftung entsprechend anzupassen.
Der Klimawald Bayreuth dient aber nicht nur der Forschung, sondern auch der Umweltbildung. Regelmäßig finden Führungen und Vorträge für Schulklassen, Studierende und interessierte Gruppen statt, bei denen ökologische Zusammenhänge anschaulich vermittelt werden. Themen wie Baumartenvielfalt, Klimaanpassung, Naturverjüngung sowie die Rolle des Waldes für Mensch und Umwelt stehen dabei im Fokus. Durch anschauliche Beispiele und direkten Naturkontakt wird ein besseres Verständnis ökologischer Prozesse gefördert. Die Bildungsarbeit richtet sich gleichermaßen an Kinder wie Erwachsene und vermittelt Wissen über nachhaltige Landnutzung.
Seit 2019 wurden im Rahmen von sieben Pflanzaktionen fast 10.000 Bäume aus 28 verschiedenen Baumarten gepflanzt. Rund 400 freiwillige Helferinnen und Helfer haben dazu beigetragen, die Klimawaldflächen anzulegen. Diese Aktionen verbinden aktiven Klimaschutz mit praktischer Bildungsarbeit und verdeutlichen, wie viel durch bürgerschaftliches Engagement erreicht werden kann. Sie fördern zudem den Austausch zwischen Fachleuten, Ehrenamtlichen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich gemeinsam für eine zukunftsfähige Waldentwicklung einsetzen.