Spitalkirche
Highlights
- Die Spitalkirche in Bayreuth ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Herzen der Altstadt.
- Der erste Kirchenbau stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert, die heutige Form wurde 1748 bis 1750 erbaut.
- Heute gehört sie zur Hospitalstiftung und beherbergt unter Denkmalschutz stehende barocke Stuckaturen und Gemälde.
Tipps
- Der Innenraum zeigt gotische Bauweise mit einer Kanzel über dem Altar und einem Deckengemälde sowie Emporenbilder von Elias Brentel aus dem 17. Jahrhundert.
- Bei Veranstaltungen oder Gottesdiensten kann der Zugang eingeschränkt oder unterbrochen sein, daher vorherige Planung empfohlen.
Eigenschaften
Über Spitalkirche
Die Spitalkirche in Bayreuth steht in zentraler Lage an der Maximiliansstraße und zählt zu den Markgrafenkirchen der Stadt. Die evangelisch-lutherische Kirche wird heute von der Stadt als Teil der Hospitalstiftung verwaltet. Ursprünglich war die Kirche mit einem Spital verbunden, in dem sich heute Wohnungen und das Stadtarchiv befinden. Das Gebäudeensemble grenzt direkt an das ehemalige Spital und ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden.
Die Geschichte der Kirche reicht weit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung des Spitals und der dazugehörigen Messe erfolgte im späten Mittelalter. Das ursprüngliche Kirchengebäude im frühgotischen Stil wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Nach Zerstörungen im Hussitenkrieg wurde der gotische Kirchenbau im 15. Jahrhundert unter Meister Oswald aus Bamberg und später Hans Pul wieder aufgebaut und geweiht. In der Folgezeit wurde die Kirche mehrfach umgestaltet, unter anderem im Stil der Renaissance, und erhielt kunstvolle Ausstattungsgegenstände, darunter Emporenbilder und Stuhlbestuhlung.
Angesichts des wachsenden Bevölkerungsbedarfs wurde im 18. Jahrhundert ein Neubau beschlossen. Unter der Leitung der Markgräfin Wilhelmine entstand am selben Standort ein barockes Gotteshaus, das 1750 geweiht wurde. Die Stuckaturen stammen vom Bayreuther Hofstuckateur Rudolf Albini, das Deckengemälde schuf der Dresdner Maler Johann Benjamin Müller. Die Kirche verfügt über eine Kanzel direkt über dem Altar sowie eine darüberliegende Orgel. Besucher berichten von der beeindruckenden Architektur und dem dekorativen Deckengemälde als besondere Highlights.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Spitalkirche von der Gemeinde der sogenannten Deutschen Christen genutzt, die rassistische und antisemitische Ideologien vertrat. Die Kirche blieb bis 1945 deren Gotteshaus und diente auch anderen Glaubensgemeinschaften als Veranstaltungsort. Heute steht die Kirche im evangelischen Gottesdienstleben und wird regelmäßig für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Architektonisch zeigt die Fassade zur Maximiliansstraße einen zurückhaltenden, zweigeschossigen Bau mit fünf Fensterachsen. Auf der Attika des Giebels befinden sich Sandsteinskulpturen, die Allegorien der Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung darstellen. Die letzte umfassende Außenrenovierung erfolgte im Jahr 2007. Die Spitalkirche wird mit 4,4 von 5 Sternen bei Google bewertet und gilt als sehenswertes Sakralgebäude in Bayreuth.