Kirche/Kloster

St. Johannis

Johanniskirchpl., 14772 Brandenburg an der Havel

Highlights

  • Die St. Johannis-Kirche in Brandenburg an der Havel entstand ab 1250 als frühgotische einschiffige Kirche mit geradem Ostabschluss und späterem gotischem Chor (1411/20).
  • Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz ermöglichen barrierefreien Besuch der denkmalgeschützten Kirche mit hochgotischen Gewölben und farbenprächtigen barocken Epitaph-Resten.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht Besuchern eine barrierefreie Erkundung des Innenraums der Kirche.
  • Die gläserne Westfassade bietet einen modernen Einblick in die historische Dachstruktur und die Ruinenarchitektur der St. Johanniskirche.
  • Die freigelegten mittelalterlichen Wandmalereien im Chorraum zeigen detailreiche Darstellungen des Weltenrichters und Johannes des Täufers.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales in St. Johannis Brandenburg

Die St. Johannis in Brandenburg an der Havel ist ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und stadtgeschichtlicher Entwicklung. Ursprünglich ab dem 13. Jahrhundert als einschiffige, frühgotische Kirche mit geradem Ostschluss errichtet, entstand sie vermutlich auf einem Morastgrund, der ihre Stabilität über die Jahrhunderte herausforderte. Als provisorisches Kloster diente zunächst ein hölzerner Flügelbau, bevor ein steinerner Kernbau entstand, der später durch gotische Gewölbe und prächtige Dekorationen erweitert wurde. Besonders prägend war der gotische Laternenchor, der im frühen 15. Jahrhundert hinzugefügt wurde, sowie die große Klausuranlage mit zwei Höfen im Süden – ein Zeugnis des geistlichen Lebens im mittelalterlichen Brandenburg.

Die Kirche durchlief im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umgestaltungen und Zerstörungen. Nach dem Verlust ihrer Gewölbe im frühen 18. Jahrhundert wurde sie als Refugium für Vertriebene genutzt und 1787 sowie 1850 restauriert. Ein schwerer Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg zerstörte 1945 das westliche Joch und Teile der Westmauer, sodass die Ruine zunächst verfallen blieb. Diese Maßnahme ermöglichte sogar eine vorübergehende Nutzung als Blumenhalle für die Bundesgartenschau 2015.

Ein besonderer Schatz der St. Johannis sind die mittelalterlichen Wandmalereien, die 2013 während der Restaurierung freigelegt wurden. Im Chorraum entdeckte man eine Darstellung des Weltenrichters und Johannes des Täufers mit Stiftern, die heute als herausragender Kunstschatz gelten. Noch beeindruckender ist jedoch die barocke Rundnische im Chor, in der ein original erhaltenes Epitaph aus Sandstein mit farbenfroher Polychromie (von Weiß über Orange bis Schwarz) aufbewahrt wird. Die Restaurierung dieser einzigartigen barocken Fassung – unterstützt durch Spenden und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung – offenbart die ursprüngliche Pracht des 18. Jahrhunderts. Oberhalb des Epitaphs blieben zudem Reste der mittelalterlichen Nischenausmalung erhalten, die den Kontrast zwischen den Epochen unterstreichen.

Die St. Johannis besticht nicht nur durch ihre architektonische Vielfalt, sondern auch durch ihre offene Nutzungskultur. Der rollstuhlgerechte Zugang und der barrierefreie Parkplatz machen sie für alle Besucher zugänglich. Zudem bietet die Kirche Raum für kulturelle Veranstaltungen und ist ein lebendiger Ort der Erinnerung – sei es an die mittelalterliche Klosterzeit, die barocke Kunst oder die bewegte Geschichte Brandenburgs. Als einzigartige Verbindung von Ruine, Kunstschatz und Stadtgeschichte ist sie ein Muss für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte.

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