Denkmal/Gedenkstätte

Roland

Altstädtischer Markt, 14778 Brandenburg an der Havel

Highlights

  • Der Brandenburger Roland steht als spätmittelalterliches Symbol für Rechtsordnung vor dem Altstädtischen Rathaus (1468).
  • Ursprünglich auf dem Neustadtmarkt, wurde die Roland-Statue nach 1945 vor das gotische Rathaus versetzt.
  • Der Roland markiert den historischen Marktplatz, der seit vor 1200 als zentraler Ort der Stadt fungierte.

Tipps

  • Der Roland auf dem Marktplatz zeigt mittelalterliche Architektur mit spätgotischen Blendmaßwerken an den Fassaden.
  • Der Zugang zum historischen Rathaus erfolgt über eine historische Freitreppe, die den ursprünglichen Zugang widerspiegelt.
  • Das Gebäude beherbergte einst eine Manufaktur für Barchent, deren Geschichte an der Fassade und im Umfeld nachvollziehbar ist.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Roland Brandenburg an der Havel

Der Roland in Brandenburg an der Havel ist ein markantes Symbol mittelalterlicher Stadtgeschichte und ein prägendes Wahrzeichen der Altstadt. Als Teil der historischen Rechtsordnung stand die überlebensgroße Statue einst als Garant für die Einhaltung der Stadtrechte und verkörperte die Unabhängigkeit der Stadt. Ursprünglich als Freiheitszeichen aufgestellt, war der Roland ein fester Bestandteil des städtischen Selbstverständnisses – ähnlich wie in anderen brandenburgischen Städten, die ähnliche Figuren aufstellten.

Die Statue selbst ist eng mit dem Altstädtischen Rathaus verbunden, das seit dem 15. Jahrhundert den Marktplatz prägt. Der spätgotische Backsteinbau mit seinem imposanten Dachwerk und reich verzierten Blendmaßwerken diente einst als Versammlungsort für den Rat und als Schauplatz städtischer Feierlichkeiten. Der Roland stand ursprünglich vor dem Neustädtischen Rathaus, das nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nicht wiederaufgebaut wurde. Erst später fand die Figur ihren heutigen Standort vor dem Altstädtischen Rathaus, wo sie heute als stummer Zeuge der Stadtgeschichte wirkt.

Der Brandenburger Roland ist nicht nur ein architektonisches Detail, sondern auch ein kulturelles Erbe. Seine Gestalt erinnert an die Epoche, in der Städte wie Brandenburg an der Havel zu wirtschaftlichen und politischen Zentren aufstiegen. Die Statue steht für die Verbindung von Recht, Freiheit und städtischem Stolz – Werte, die bis heute in der historischen Altstadt lebendig bleiben. Besonders beeindruckend ist die harmonische Verbindung der Figur mit dem umgebenden Rathausensemble, das selbst nach Umnutzungen wie der ehemaligen Barchent-Manufaktur im 18. Jahrhundert seine mittelalterliche Substanz bewahrt hat.

Für Besucher bietet der Roland eine einzigartige Möglichkeit, sich mit der Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen. Die Nähe zur Havel und zur malerischen Altstadt macht ihn zu einem idealen Fotomotiv und Ausgangspunkt für Entdeckungen. Wer sich für mittelalterliche Symbolik interessiert, findet hier ein Stück lebendige Tradition – ein Relikt aus einer Zeit, als Brandenburg an der Havel als bedeutende Handels- und Verwaltungsstadt blühte. Die Statue lädt dazu ein, die Geschichte der Stadt nicht nur zu lesen, sondern auch zu erleben.

Der Roland ist somit mehr als nur eine Statue: Er ist ein Stück Identität, das die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart verkörpert. Wer durch die Gassen der Altstadt schlendert, wird an ihm vorbeikommen – und vielleicht die gleiche Neugier spüren, die einst die Bürger der Stadt antrieb, ihre Rechte zu verteidigen und ihre Freiheit zu feiern. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern für jeden, der die besondere Atmosphäre einer der ältesten Städte Brandenburgs erleben möchte.

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