Denkmal/Gedenkstätte

Grube

92339 Beilngries

Highlights

  • Der Steinbruch bei Kottingwörth ist ein aufgelassener Kalksteinbruch im Landkreis Eichstätt.
  • Das Gelände gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns und ist Teil mehrerer Naturschutzgebiete.
  • Er wurde von 1938 bis 1975 genutzt und ist heute ganzjährig frei zugänglich.

Tipps

  • Gutes Schuhwerk empfiehlt sich, da der Weg zur Grube über Steine, Wurzeln und feuchtes Laub führt.
  • Die ehemalige Abbauwand aus Kalk- und Mergelsteinen ist bis zu 70 Meter hoch und zeigt Schichten aus dem oberen Jura.
  • Das Gelände ist Teil mehrerer Schutzgebiete und bietet Einblicke in die Meereslebewelt vor rund 150 Millionen Jahren.

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Grube

Die Grube in Beilngries ist ein ehemaliger Steinbruch nahe dem Ortsteil Kottingwörth im Landkreis Eichstätt, Bayern. Gelegen am Südhang des Arzbergs, zählt dieses Gelände zu den bemerkenswerten geologischen Aufschlüssen der Region. Der Arzberg selbst ist Europas größter Durchbruchsberg, umgeben von Tälern, die ihn vollständig von der Albhochfläche trennen. Die bis zu 70 Meter hohe Abbauwand des ehemaligen Kalksteinbruchs gewährt Einblicke in gut geschichtete Sedimente des Malms, die Ablagerungen aus dem oberen Jura dokumentieren.

Die Gesteinsschichten entstanden vor rund 150 Millionen Jahren in einem flachen, subtropischen Schelfmeer. Wechselwirkungen zwischen kalkreichen Tiefenwässern und tonhaltigen Eintragungen aus dem nördlichen Festland führten zur Ablagerung charakteristischer Kalk- und Mergelsteine. Diese Schichten beherbergen reichhaltige Fossilien, insbesondere in den grauen Mergellagen des Platynota- und Crussoliensis-Mergels. Diese Gesteinseinheiten ermöglichen Rückschlüsse auf die Entwicklung der Meerestierwelt jener Zeit. Am Steinbruch wurde ein wissenschaftliches Leitprofil erstellt, das als Typlokalität der sogenannten Arzberg-Formation gilt und in der gesamten Frankenalb vergleichbare Gesteinsschichten identifiziert.

Der Steinbruch wurde über mehrere Jahrzehnte kommerziell genutzt, unter anderem zur Gewinnung von Kalkstein für den Straßenbau. Auf dem Gelände befand sich zeitweise auch eine Teeranlage, in der Kalkstein als Teerschotter aufbereitet wurde. Nach seiner Schließung entwickelte sich das ehemalige Industriegelände zu einem naturgeschützten Gebiet. Es ist heute Teil mehrerer Schutzgebiete, darunter des Landschaftsschutzgebietes Schutzzone im Naturpark Altmühltal sowie des FFH- und Natura2000-Gebietes Mittleres Altmühltal. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat den Steinbruch als Geotop eingestuft und 2008 in die Liste der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen.

Das Gelände ist das ganze Jahr über frei zugänglich. Ein kleiner Parkplatz in der Nähe dient als Ausgangspunkt für den etwa 15-minütigen Fußweg zum Steinbruch. Der Weg führt durch bewaldetes Gelände und mündet in die eindrucksvolle Steinbrucharbeit, deren senkrechte Wände bis zu 40 Meter hoch aufragen. Besucher berichten von einer imposanten Atmosphäre beim Betreten dieses geologischen Raumes. Die bröckelnde, aber stabil wirkende Schichtung der Kalksteine und die darin sichtbaren Sedimente bieten einen anschaulichen Einblick in die Erdgeschichte. Fossiliensucher finden heute nur noch in den tieferen Schichten lohnende Fundorte, da die oberen Bereiche bereits weitgehend untersucht wurden.

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