Obelisk
Highlights
- Der Gedenkort in Torgau erinnert an Opfer der nationalsozialistischen und sowjetischen Militärjustiz.
- Das Gelände wurde 2007 vor der Justizvollzuganstalt Torgau eingerichtet.
- Künstlerische Gestaltung durch Berthold Weidner und Martin Bennis.
Eigenschaften
Über Obelisk
Der Obelisk in Torgau ist ein bedeutender Gedenkort, der an die Opfer politischer Verfolgung unter verschiedenen Diktaturen erinnert. Errichtet wurde er vor der ehemaligen Justizvollzuganstalt Torgau, die während der NS-Zeit Schauplatz von Militärjustizverfahren war. Der Ort erinnert heute insbesondere an diejenigen, die unter der nationalsozialistischen Militärjustiz, der sowjetischen Geheimpolizei sowie der SED-Strafjustiz zu Unrecht litten. Seit seiner Neugestaltung im Jahr 2007 ist der Gedenkort ein zentraler Bestandteil des Erinnerungsortes Torgau, der von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten betrieben wird.
Die Gestaltung des Gedenkortes erfolgte durch die Künstler Berthold Weidner und Martin Bennis. Besucher*innen finden hier zwei getrennte, aber miteinander verbundene Gedenkbereiche, die unterschiedliche historische Ereignisse ansprechen, ohne diese gegeneinander aufzurechnen. Die Bereiche sind durch verschiedene Bodenbeläge aus Naturstein sowie durch eine Hainbuchenhecke voneinander abgegrenzt. Farbliche und texturale Unterschiede im Stein unterstreichen die Eigenständigkeit der Erinnerungsräume. In einem der Bereiche wurde 2010 eine Figurengruppe des Bildhauers Thomas Jastram enthüllt, die den Opfern der Wehrmachtjustiz gewidmet ist.
Ein weiteres Element des Gedenkortes ist ein Holzkreuz, das bereits 1992 von der Vereinigung der Opfer des Stalinismus errichtet wurde und bei der Neugestaltung in die Anlage integriert wurde. Die stille Präsenz der Gedenksteine und Informationstafeln vermittelt eine Atmosphäre des Gedenkens, die Besucher*innen zum Innehalten und Reflektieren einlädt. Obwohl der Gedenkort direkt neben der ehemaligen Justizvollzuganstalt liegt, steht der Fokus auf der Erinnerung an die Opfer und nicht auf dem historischen Gebäude selbst.
Der Gedenkort in Torgau ist Teil eines größeren Netzwerks sächsischer Gedenkstätten, die sich der Aufarbeitung politischer Gewaltherrschaft verschrieben haben. Die Leitung des Erinnerungsortes Torgau liegt bei Elisabeth Kohlhaas, unterstützt von einem Team, das Bildungsarbeit, Ausstellungsbetreuung und Archivdokumentation übernimmt. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten koordiniert die Aktivitäten und wird dabei durch öffentliche Mittel des Freistaates Sachsen gefördert.
Besucher*innen, die sich mit der Geschichte des Ortes auseinandersetzen möchten, finden hier eine ruhige, aber eindringliche Atmosphäre. Die wenigen, aber präzise platzierten Elemente des Gedenkortes laden dazu ein, sich mit der dunklen Vergangenheit auseinanderzusetzen und den Opfern zu gedenken. Obwohl der Platz klein und überschaubar ist, hinterlässt er einen bleibenden Eindruck – ein Ort des Schweigens, der aber dennoch viel zu erzählen hat.