Schlossmuseum Annaburg
Highlights
- Im Amtshaus werden Exponate zur Stadtgeschichte, zum Militär-Knaben-Erziehungsinstitut und zur Reformation ausgestellt.
- Derzeit ist das Museum im Hinterschloss nicht zugänglich, das Amtshaus bleibt jedoch geöffnet.
Tipps
- Das Museum im Amtshaus zeigt Exponate zur Stadtgeschichte, darunter zur Reformation und zum Militär-Knaben-Erziehungsinstitut.
- Im Hinterschloss ist derzeit keine Besichtigung möglich, das Amtshaus bleibt geöffnet.
- Führungen und weitere Informationen sind auf Anfrage erhältlich.
Eigenschaften
Über Schlossmuseum Annaburg
Das Schlossmuseum Annaburg befindet sich im historischen Ortskern von Annaburg-Prettin im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Es gehört zu den kulturhistorischen Museen der Stadt und wird vom Museumsverband Sachsen-Anhalt sowie vom Verein für Heimatgeschichte und Denkmalpflege Annaburg e.V. betreut. Die Ausstellung im Renaissanceschloss, auch Hinterschloss genannt, widmet sich der Bau- und Nutzungsgeschichte der Schlösser Lochau und Annaburg sowie den sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen, August und Anna von Sachsen. Die Fläche der Dauerausstellung umfasst etwa 70 Quadratmeter.
Im Amtshaus wird eine umfangreichere Sammlung zur Stadtgeschichte präsentiert. Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte des Militär-Knaben-Erziehungsinstituts und der Unteroffizierschule, die Rolle des Ortes als Lager für indische Kriegsgefangene sowie die Bildung der Legion Freies Indien. Daneben zeigt das Museum eine historische Schulklasse aus dem Jahr um 1900. Die Ausstellungsfläche des Amtshauses umfasst rund 360 Quadratmeter. Derzeit wird hier auch die Sonderausstellung „Auf den Spuren der Reformation in Annaburg“ gezeigt, die mit Tafeln und bisher unveröffentlichten Exponaten die reformatorische Geschichte des Ortes dokumentiert.
Ein besonderer Bezug zur Reformation entstand durch den Kurfürsten Friedrich den Weisen, der ab 1465 ein Jagdschloss in Lochau errichten ließ, dem heutigen Annaburg. Friedrich hielt sich hier häufig mit seinem Hofstaat auf und verbrachte die letzten Monate seines Lebens im Schloss. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1525 ließ er sich das Abendmahl nach protestantischer Art reichen. Luther predigte mehrfach in Lochau und pflegte engen Kontakt zu Michael Stifel, der hier als Pfarrer wirkte. Bereits 1516 hatte Luther über den Hofprediger Spalatin die Berufung des Theologen Günther nach Lochau initiiert, der sich aktiv an den frühen Auseinandersetzungen der Reformation beteiligte.
Das Museum im Amtshaus ist während der regulären Öffnungszeiten zugänglich. Das Schlossmuseum im Hinterschloss ist aktuell nicht besichtigbar. Weitere Informationen sind über die städtische Tourist-Information im Porzellaneum erhältlich. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe und bietet ergänzende Auskünfte zur regionalen Kultur und Geschichte. In der näheren Umgebung befindet sich zudem das Museum Schloss Lichtenburg in Prettin, das sich auf die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Lichtenburg konzentriert.