Schönborn‘sche Aue
Highlights
- Die Schönborn’sche Aue ist eine im 19. Jahrhundert verlandete Rheininsel zwischen Mainz und Bingen.
- Seit 2013 wurden Renaturierungsarbeiten durchgeführt, um den ehemaligen Altrheinarm wiederherzustellen.
- Die Aue liegt zwischen Oestrich-Winkel und Geisenheim und grenzt an das Naturschutzgebiet Rheinwiesen.
Tipps
- Bei Besuchen der Schönborn’schen Aue sollte man die umliegenden Rad- und Wanderwege nutzen, um die naturnahe Landschaft entlang des Rheins zu erkunden.
- Das Gelände eignet sich gut für Spaziergänge, wobei besonders die Wiesenflächen und der ehemalige Altrheinarm zum Verweilen einladen.
- Anreisende sollten beachten, dass die Zufahrten teilweise stark verschmutzt sind und der Zugang für Fahrzeuge nur für Anlieger gedacht ist.
Eigenschaften
Über Schönborn‘sche Aue
Die Schönborn’sche Aue liegt in der hessischen Stadt Geisenheim und zählt zu den im 19. Jahrhundert gezielt verlandeten Binneninseln am Rhein. Ursprünglich als Flussarm des Rheins angelegt, wurde das Gelände im Zuge historischer Regulierungsmaßnahmen vom natürlichen Wasserlauf abgetrennt und später weitgehend zugeschüttet. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts wurden Teile des ehemaligen Altrheinarms im Rahmen eines Renaturierungsprojekts wiederhergestellt, um die ursprüngliche Durchströmung zu ermöglichen und wertvolle Auenlebensräume zu fördern. Die Fläche wird heute zu großen Teilen landwirtschaftlich genutzt und beherbergt zudem ein Kleingartengelände.
Geographisch befindet sich die Aue in den Rheinwiesen, unmittelbar im Westen der Stadt Geisenheim, zwischen den Rheinkilometern 521,9 und 523. Im Osten grenzt sie direkt an das Naturschutz- und FFH-Gebiet „Rheinwiesen“, was ihre Bedeutung als ökologisch wertvolles Areal unterstreicht. Die Aue gehört zu einer ganzen Reihe von Inseln, die einst im Inselrhein zwischen Mainz und Bingen entstanden. Historisch gesehen wurde das Gelände erstmals 1555 urkundlich erwähnt, als es als „Stockheimer Aue“ bezeichnet wurde. Im 17. Jahrhundert gelangte es in den Besitz der Grafen von Schönborn, nach denen es schließlich benannt wurde.
Die Geschichte der Schönborn’schen Aue ist eng mit der Rheinregulierung des 19. Jahrhunderts verknüpft. Um das Geisenheimer Ufer vor Erosion zu schützen, wurde die Aue Anfang des 19. Jahrhunderts durch Bau eines Steindamms vom Rhein abgetrennt. Dies führte jedoch zu Problemen wie Faulnis und Insektenplage. Später wurde der Altrheinarm zunehmend zugeschüttet, wobei Baggergut aus anderen Rheinverbauungen verwendet wurde. Seit den 1950er Jahren befindet sich das Gelände größtenteils im Besitz der Stadt Geisenheim, die es an einen Kleingartenverein verpachtet hat.
Die Renaturierung des Altrheinarms ab 2013 stellte einen bedeutenden ökologischen Meilenstein dar. Ziel war es, die natürliche Durchströmung wiederherzustellen und gleichzeitig Eingriffe in andere wertvolle Auenflächen im Rahmen von Infrastrukturprojekten auszugleichen. Auf einer Länge von 1,2 Kilometern wurde der ehemalige Flusslauf ausgebaggert und soll sich nun schrittweise zu einem natürlichen Auenwald entwickeln. Die Flussbreite beträgt sechs Meter, die neu entstehende Landschaft variiert zwischen 25 und 75 Metern. Auf eine aktive Bepflanzung wurde verzichtet, um die Entwicklung der Vegetation natürlichen Prozessen zu überlassen.
Das Gelände ist überwiegend fußläufig zu erreichen. Einige Zufahrten sind stark verschmutzt, was wiederholt zu Kritik seitens Besucherinnen und Besucher geführt hat. Teilweise werden Müll und Bauschutt entlang der Wege gefunden. Dennoch bietet die Aue einen ruhigen Rückzugsort in unmittelbarer Nähe zum Rhein. Ein Radweg, große Wiesenflächen und die Kleingartenanlage laden zu Spaziergängen und Aufenthalten in der Natur ein. Die Zufahrt ist für Anlieger beschränkt und darf nur mit Schrittgeschwindigkeit befahren werden.