Museum

Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin

Str. des 17. Juni 17, 10557 Berlin, Deutschland

Highlights

  • Das Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin zeigt seit 1978 historische Gaslaternen aus ganz Europa direkt am S-Bahnhof Tiergarten.
  • Die Ausstellung umfasst 90 Exemplare aus 25 deutschen und elf weiteren europäischen Städten, darunter London, Paris und Kopenhagen.
  • Viele Laternen sind originalgetreu rekonstruiert und tragen Namen wie „Goose Neck“ oder „Wilmersdorfer Witwe“.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin

Das Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin ist eine außergewöhnliche kulturelle Einrichtung in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Tiergarten, gelegen am Rande des Großen Tiergartens. Seit seiner Gründung im Jahr 1978 präsentiert es eine beeindruckende Sammlung historischer Gaslaternen aus Berlin und zahlreichen anderen europäischen Städten. Mit über 90 Exponaten, die einen Zeitraum von der Einführung der Gasbeleuchtung im frühen 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre umspannen, bietet das Museum einen einzigartigen Einblick in die Entwicklung der öffentlichen Beleuchtung. Zu den gezeigten Modellen zählen unter anderem die nach Londoner Vorbild errichteten Camberwell-Laternen sowie die sogenannten „Schinkel-Laternen“, die in Berlin ab 1892 verwendet wurden.

Die Idee zur Einrichtung des Freilichtmuseums stammt vom damaligen Bausenator Harry Ristock, der damit ein lebendiges Zeugnis der technischen und städtebaulichen Entwicklung schaffen wollte. Unterstützt wurde das Projekt von der GASAG und dem Deutschen Technikmuseum Berlin. Besonders bemerkenswert ist, dass die Ausstellung sowohl kostenfrei zugänglich als auch unter Denkmalschutz stehend weltweit ihresgleichen sucht. Die Laternen stammen nicht nur aus deutschen Städten wie Dresden, Hannover oder München, sondern auch aus internationalen Metropolen wie London, Paris, Kopenhagen, Brüssel und Budapest. Jede Lampe erzählt ihre eigene Geschichte und spiegelt den kulturellen wie technischen Fortschritt ihrer jeweiligen Herkunftsregion wider.

Trotz seines kulturellen Werts kämpft das Museum jedoch seit Jahren mit erheblichen Pflegemängeln. Vandalismus, mangelnde Wartung und unzureichende finanzielle Unterstützung haben viele Exponate in einen schlechten Zustand versetzt. Mehr als die Hälfte der Laternen ist nicht mehr funktionsfähig, zahlreiche Schäden an Glaseinsätzen, Metallteilen und Beschilderungen sind dokumentiert. Auch Initiativen wie der Förderverein Gaslicht-Kultur e.V. bemühen sich intensiv um Sanierungen und Öffentlichkeitsarbeit, doch der Erhalt des Museums bleibt eine große Herausforderung. Die Befürchtung besteht, dass bei fehlender Unterstützung die historischen Leuchten abgebaut und gelagert werden müssen.

Das Gaslaternen-Freilichtmuseum ist nicht nur ein geschichtsträchtiger Ort, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Berliner Sehenswürdigkeiten wie dem Zoologischen Garten, der Siegessäule und dem Hansaviertel. Es lädt dazu ein, die Entwicklung der Straßenbeleuchtung hautnah zu erleben und die Bedeutung des Gaslichts für die Industrialisierung und Urbanisierung Europas nachzuvollziehen. Gerade im Kontext des europäischen Kulturerbes bietet das Museum eine lohnenswerte Mischung aus Technikgeschichte, Architektur und Alltagskultur – wenn auch unter Vorbehalt, solange der Zustand der Exponate nicht grundlegend verbessert wird.

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