Wasserturm Steglitz
Highlights
- Der Wasserturm Steglitz ist ein 42 Meter hoher Rundturm aus rotem Backstein im Berliner Ortsteil Steglitz.
- Errichtet wurde er zwischen 1915 und 1919 nach Plänen von Hans Heinrich Müller.
- Heute beherbergt er Verlage und ist seit 1992 als Baudenkmal geschützt.
Tipps
- Der Wasserturm Steglitz ist ein eindrucksvolles Backsteinbauwerk auf dem Friedhof Steglitz, errichtet zwischen 1915 und 1919 und heute Denkmal.
- Eine Besichtigung ist nur von außen möglich, da das Innere durch einen Verlag genutzt wird.
- Führungen durch den Verlagsleiter sind gelegentlich am Tag des offenen Denkmals möglich, um die Geschichte des Turms zu erfahren.
Eigenschaften
Über Wasserturm Steglitz
Der Wasserturm Steglitz ist ein markantes Baudenkmal im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf und steht auf dem Friedhof Steglitz an der Bergstraße. Mit einer Höhe von 42 Metern ragt der aus roten Backsteinen errichtete Rundturm über die umliegende Landschaft. Errichtet wurde er in den Jahren vor und während des Ersten Weltkriegs nach Entwürfen von Hans Heinrich Müller. Ursprünglich sollte der Turm der Gemeinde Steglitz mehr Unabhängigkeit in der Wasserversorgung verschaffen, doch kurz nach seiner Fertigstellung wurde der Ort an das Berliner Wassernetz angeschlossen, weshalb der Turm vermutlich nie als Wasserreservoir genutzt wurde.
Im Laufe der Jahre erhielt der Turm mehrere unterschiedliche Funktionen. So wurde er unter anderem als Kolumbarium, später als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und zeitweise als Reservoir umgenutzt. Besonders in den 1920er und 1930er Jahren wurden mehrfach Umbauten durchgeführt, um den sich wandelnden Bedürfnissen gerecht zu werden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Turm durch Bombenangriffe beschädigt, was zur Zerstörung des Wasserbehälters und später zur Abbrucharbeiten an der Ehrenhalle führte. In den 1950er Jahren wurden die Schäden behoben, bis der Turm schließlich in den 1960er Jahren stillgelegt wurde.
1992 wurde der Wasserturm als Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Eine umfassende Restaurierung folgte Ende der 1990er Jahre, wobei die Fassade durch das Bezirksamt und die Innenräume durch den zukünftigen Nutzer saniert wurden. Seit dem Jahr 2000 dient der Turm als Verlagsgebäude für medizinische Fachverlage. Von außen lässt sich der imposante Bau jederzeit bewundern, während der Innenausbau heute den Bedürfnissen des Verlags dient. Gelegentlich werden im Rahmen des Tages des offenen Denkmals Führungen angeboten, die Einblicke in die Geschichte des Bauwerks ermöglichen.
Der Turm steht auf dem historisch gewachsenen Friedhof Steglitz, der selbst Teil der geografischen und kulturellen Eigenheit des Ortsteils ist. Dieser erweckt bei Besuchern den Eindruck einer naturnahen, teilweise verwilderten Anlage, was den Kontrast zur städtischen Umgebung verstärkt. Die Lage auf den ehemaligen Rauen Bergen unterstreicht die landschaftliche Bedeutung des Standorts. Die architektonische Gestaltung des Turms entspricht dem Stil des aufkommenden Ziegelexpressionismus und macht ihn zu einem interessanten Beispiel für die Baukultur des frühen 20. Jahrhunderts in Berlin.