Gertrud Dorothea Coper
Highlights
- Gertrud Dorothea Coper wurde 1892 in Halle an der Saale geboren.
- Sie heiratete 1913 Hermann Coper, der als Pelzeinkäufer arbeitete.
- Das Ehepaar wurde 1941 nach Kowno deportiert und dort ermordet.
Tipps
- Besucher sollten die Sarrazinstraße 22 in Berlin-Friedenau aufsuchen, um den Stolperstein von Gertrud Dorothea Coper vor dem ehemaligen Wohnhaus zu finden.
- Die Stolpersteine für Gertrud Coper und ihre Töchter Bianca und Ilse befinden sich gemeinsam vor dem Gebäude, das heute unter der Adresse Sarrazinstraße 22 zu finden ist.
- Ein Besuch des ehemaligen Wohnorts bietet die Möglichkeit, sich vor Ort über das Leben jüdischer Familien in Berlin vor und während der NS-Zeit zu informieren.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Berlin Gertrud Dorothea Coper
Der Gedenkstein für Gertrud Dorothea Coper erinnert in Berlin an das Schicksal einer jüdischen Bürgerin, die während der nationalsozialistischen Herrschaft deportiert und ermordet wurde. Gertrud Dorothea Coper, geborene Jacobowitz, kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Halle an der Saale zur Welt. Sie heiratete 1913 Hermann Coper, einen Pelzeinkäufer, mit dem sie zwei Töchter, Bianca und Ilse Henriette, bekam. Die Familie lebte zunächst in Steglitz, zog später nach Friedenau und bezog dort eine eigene Wohnung in einem größeren Mietshaus, das der Stiefmutter von Gertrud gehörte. Diese unterstützte die Familie finanziell, unter anderem auch bei den Bildungskosten der Töchter.
Die Töchter Bianca und Ilse Henriette wuchsen in einer Zeit wachsender politischer Repression gegen Jüdinnen und Juden auf. Beide besuchten das Lorenz-Lyzeum in Friedenau, doch aufgrund der zunehmenden Verfolgung durch die nationalsozialistischen Gesetze konnten ihre beruflichen Pläne nicht verwirklicht werden. Bianca reiste 1938 vorübergehend nach London, wo sie jedoch aufgrund der Verschärfung der Auswanderungsbedingungen gezwungen war, dort zu bleiben. Auch Ilse Henriette wurde zeitweise nach England geschickt, um der Verfolgung zu entgehen. Beide konnten nicht mehr zu ihren Eltern zurückkehren.
Gertrud und Hermann Coper blieben in Berlin zurück. Trotz der wirtschaftlichen und sozialen Bedrängnis versuchten sie, ein möglichst normales Leben zu führen. Gertrud wurde zur Zwangsarbeit in einer Berliner Uniformfabrik verpflichtet, ihr Mann arbeitete als Lagerarbeiter. Im November des Jahres 1941 mussten sie eine detaillierte Vermögenserklärung abgeben, in der sie unter anderem auch ihr bescheidenes Hab und Gut auflisteten. Kurze Zeit später wurden beide gemeinsam deportiert – nach Kowno im besetzten Litauen – und unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet. Mit ihrem Tod endete nicht nur ein Leben, sondern auch die Spur einer Familie, die einst tief in der Berliner Stadtgesellschaft verwurzelt war.
Der Stolperstein für Gertrud Dorothea Coper wurde im Bezirk Tempelhof-Schöneberg verlegt, direkt vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Sarrazinstraße. Er erinnert nicht nur an ihr persönliches Schicksal, sondern steht stellvertretend für die vielen jüdischen Familien, die aus Berlin deportiert wurden. Die Initiative „Stolpersteine“ dokumentiert das Leben und Sterben der Opfer des Nationalsozialismus und trägt dazu bei, das Gedenken an die NS-Verfolgten in die Alltagswelt zurückzuholen. Jeder Stolperstein ist eine Einladung zum Innehalten, Nachdenken und Erinnern – mitten im Alltag der Stadt.
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Häufige Fragen zu Gertrud Dorothea Coper
Wer war Gertrud Dorothea Coper geb. Jacobowitz?
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Wo wohnte Gertrud Dorothea Coper in Berlin?
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Was geschah mit Gertrud Dorothea Coper während der NS-Zeit?
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Welche Bedeutung haben die Stolpersteine im Zusammenhang mit Gertrud Dorothea Coper?
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